Reinhard Jirgl

Reinhard Jirgl wurde am 16. Januar 1953 in Berlin (Ost) geboren. Nach einer Lehre als Elektromechaniker studierte er ab 1971 Elektronik an der Berliner Humboldt-Universität. Noch während des Studiums schrieb Jirgl an ersten Prosatexten. Ab 1975 arbeitete er als Ingenieur an der Akademie der Wissenschaften, gab seinen Beruf 1978 jedoch auf, um sich mehr dem Schreiben widmen zu können. Seinen Unterhalt verdiente er als Beleuchtungs- und Servicetechniker an der Berliner Volksbühne. Als er 1985 sein erstes, umfangreiches Manuskript »Mutter Vater Roman« beim Berliner Aufbau-Verlag einreichte, wurde ihm eine »nichtmarxistische Geschichtsauffassung« vorgeworfen und die Veröffentlichung des Romans verweigert. Jirgl jedoch setzte das Schreiben fort. Bis zur Wende 1989 lagen sechs fertige Manuskripte vor - ohne dass ein einziges Buch von ihm veröffentlicht worden wäre. Erst 1990 konnte »Mutter Vater Roman« bei Aufbau erscheinen. Die entscheidende Änderung in der öffentlichen Wahrnehmung, seine persönliche Wende, wie Jirgl es beschreibt, kam schließlich 1993, als er für das Manuskript seines Romans »Abschied von den Feinden« mit dem Alfred-Döblin-Preis ausgezeichnet und Autor des Carl Hanser Verlags wurde.
1996 gab Jirgl die Tätigkeit als Techniker an der Berliner Volksbühne auf und arbeitet seitdem als freier Schriftsteller in Berlin. Seit 2009 ist er Mitglied der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung. Neben dem Alfred-Döblin-Preis wurde sein Werk mit zahlreichen anderen Preisen ausgezeichnet, u. a. mit dem Anna-Seghers-Preis (1990), der Johannes-Bobrowski-Medaille (1998), dem Josef-Breitbach-Preis (1999), dem Kranichsteiner Literaturpreis (2003), dem Rheingau Literaturpreis (2003), dem Dedalus-Preis für Neue Literatur (2004), der Eugen Viehof Ehrengabe der Deutschen Schillergesellschaft von 1859 (2004), dem Bremer Literaturpreis (2006), dem Lion-Feuchtwanger-Preis (2009), dem Grimmelshausen-Literaturpreis (2009) und zuletzt mit dem Georg-Büchner-Preis (2010). 2007 war er Stadtschreiber von Bergen-Enkheim.

Seit 1998 erscheinen die Werke von Reinhard Jirgl im Deutschen Taschenbuch Verlag.

 
News
09. Juli 2010
Reinhard Jirgl erhält den Georg-Büchner-Preis 2010

Die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung verleiht den  Georg-Büchner-Preis 2010 an den Schriftsteller Reinhard Jirgl. In seinem Romanwerk von epischer Fülle und sinnlicher Anschaulichkeit hat der Autor ein eindringliches, oft verstörend suggestives Panorama der deutschen Geschichte im 20. Jahrhundert entfaltet. Die Auszeichnung ist mit 40.000 Euro dotiert.
Der Georg-Büchner-Preis wird Reinhard Jirgl auf der Herbsttagung der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung am 23. Oktober 2010 in Darmstadt verliehen.

8 Bücher

Reinhard Jirgl
Abschied von den Feinden
Ein Roman der Liebes- und Verratsgeschichten, eine deutsche Geschichte zwischen Nachkrieg und Anfang der 90er Jahre.
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Reinhard Jirgl
Abtrünnig
Menschen im Räderwerk der ungeheuren Stadt: Reinhard Jirgls grandioser Roman entwirft in dichten Bildern das heutige Berlin als Fluchtpunkt der Existenz zweier Männer.
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Reinhard Jirgl
Die atlantische Mauer
»Jirgls verrückte Schreibweise provoziert immer noch ähnliche Reaktionen. Und das ist gut so. Seine Diagnose mag problematisch sein, aber weil er so schwarz sieht, sehe ich - ...
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Reinhard Jirgl
Genealogie des Tötens
Endlich erscheint Jirgls Trilogie aus dem Untergrund der letzten Jahre der Deutschen Demokratischen Republik. Jirgl, einer der bedeutendsten und unverwechselbarsten Romanciers...
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Reinhard Jirgl
Hundsnächte
Deutschland in den neunziger Jahren, ein für den Abriß freigegebenes Dorf im Niemandsland des edhemaligen Todesstreifens. Doch in den Ruinen haust noch ein letzter Mensch, der...
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Reinhard Jirgl
Mutter Vater Roman
Der Debüt-Roman des Georg-Büchner-Preisträgers 2010.
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Reinhard Jirgl
Die Stille
»Ein beeindruckendes Panoramabild Deutschlands im 20. Jahrhundert.« Roman Bucheli in der ›Neuen Zürcher Zeitung‹
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Reinhard Jirgl
Die Unvollendeten
Eine sprachlich eindrucksvolle Familiensaga und ein literarisch dichter Roman über Heimat und Exil.
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