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dtv premium
Originalausgabe
440 Seiten
ISBN 978-3-423-24876-1
1. Auflage, April 2011
- Markus Frenzel
Leichen im Keller
Gesucht von Interpol - Geschützt in Deutschland
Deutschland hat seine ›Leichen im Keller‹, zeigt uns Markus Frenzel in seinem aufregenden Enthüllungsbuch über Kriegsverbrecher und deren Machenschaften in der Bundesrepublik. Denn ausgerechnet Deutschland ist nach wie vor Rückzugsraum und Drehscheibe für internationale Kriegsverbrecher. Sie bleiben unbehelligt, obwohl sie auf der Black-List der UN stehen und von Interpol gesucht werden. So kam es, dass der Chef der berüchtigten FDLR-Rebellen im Kongo von einem Wohnzimmer in Mannheim aus in aller Ruhe einen Vernichtungskrieg gegen die dortige Zivilbevölkerung dirigieren konnte. In diesem Fall hat Fernsehreporter Markus Frenzel mit einem aufsehenerregenden Bericht bei ›FAKT‹ dafür gesorgt, dass sich das ändert. Der Mann wurde festgenommen. In Deutschland wird ihm der Prozess gemacht. Doch das ist nicht der einzige Fall, erfahren wir bei der Lektüre von ›Leichen im Keller‹. Bereits seit Jahrzehnten etwa, zeigt uns Markus Frenzel, machen ausländische Militärs Schulungen bei der Bundeswehr. Wer zu uns geschickt wird, das ist Sache der dortigen Regierungschefs, auch wenn es sich um brutale Diktatoren handelt, deren Abgesandte keineswegs im Sinn haben, sich außer dem Kriegshandwerk noch die demokratische Denkart anzueignen.
›Leichen im Keller‹ rückt ein wichtiges Thema ins Licht der Öffentlichkeit
Das Ganze ist umso brisanter, als Deutschland heute ein wichtiger internationaler Akteur geworden ist. Markus Frenzel meint, der weltweite Einfluss der Bundesregierung sei weit größer, als es den meisten Deutschen bewusst ist. Diese Rolle habe jedoch auch ihre Schattenseiten. Denn gerade deshalb finden hier internationale Kriegsverbrecher Unterschlupf, insbesondere aus Afrika. Das sie hier unbehelligt leben können, hat viele Gründe, wie wir in ›Leichen im Keller‹ erfahren: vor allem das Desinteresse und die Untätigkeit der Bundesregierung und die Blauäugigkeit und Fahrlässigkeit von Behörden. Warlords vor allem aus Afrika, die für brutale Vernichtungskriege verantwortlich sind, werden bei der Bundeswehr bestens "ausgebildet", und das, obwohl es in Deutschland inzwischen eines der mutigsten und weitreichendsten Gesetze zur Ahndung internationaler Verbrechen gegen die Menschlichkeit gibt. Bisher wurde kein Fall in Deutschland verhandelt, obwohl sogar der Generalbundesanwalt zugeben musste, dass er hätte ermitteln müssen. ›Leichen im Keller‹ öffnet seinem Leser die Augen für einen "blind spot" im öffentlichen Bewusstsein Deutschlands.
Markus Frenzel zeigt, wofür die Schattenmänner verantwortlich sind
Markus Frenzel, Redakteur beim MDR, hat mit seiner Enthüllungsstories dafür gesorgt, dass sich das ändert. 2011 steht der Chef der Terrormiliz FDLR im Kongo, der in Deutschland studierte und viele Jahre von hier aus einen Vernichtungskrieg im Kongo dirigierte, vor Gericht. Weitere Fälle in ›Leichen im Keller‹ betreffen z. B. Guinea, Äthiopien, Ruanda und Usbekistan. Neben der Hintergrundberichterstattung macht die Beschreibung von Einzelschicksalen deutlich, wofür diese Schattenmänner verantwortlich sind. Markus Frenzel erhielt 2009 den Marler Fernsehpreis für Menschenrechte von Amnesty international und wurde 2010 zum nationalen Gewinner des Journalistenpreises des Europäischen Parlaments gekürt. Beim Deutschen Menschenrechts-Filmpreis 2010 belegte er mit seinen Recherchen zu Guinea den zweiten Platz.
»Ein echter Krimi, wenn's nicht so bitter wäre! Brillante Recherche, spannend geschrieben.« ( Fabian Elsässer, Deutschlandfunk)
»Ein bisher wenig beachtetes Thema wird endlich aufgearbeitet. Akribisch recherchiert und detailreich erzählt.« ( Eric Beres, Report Mainz)
»Politische relevant, exzellent recherchiert und sehr gut geschrieben, alles, was ein gutes Buch für mich ausmacht.« ( Christian Humborg, Transparency International)
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Am 8. Mai 2011 strahlte die ARD in der Sendung ›Titel, Thesen, Temperamente‹ einen Bericht zu ›Leichen im Keller‹ aus. Sehen Sie jetzt den Beitrag.
Die Berichterstattung von Markus Frenzel gab den Anstoß für die bundesweit erste Anklage wegen im Ausland begangener Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Sehen Sie hierzu einen Bericht von arte in unserem Magazin.
Am 24. April 2011war Markus Frenzel bei der Sendung ›Fragen an den Autor‹ im SR 2 Kulturradio zu Gast. Hören Sie den ganzen Beitrag jetzt als Podcast.






























