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60 Jahre Grundgesetz
Eine Reise durch sechs Jahrzehnte deutscher Geschichte

Aktuelles
23. Mai 2009
9783423247306
Claudia Seifert: Tief in Deutschland (mit Bildern von Renate Niebler), dtv 2009

Unterschiedlichste Schauplätze und Menschen – alle mit einer Gemeinsamkeit: Teil der Geschichte unserer Bundesrepublik zu sein

  „Wir saßen mit einem Ehepaar in seinem Haus, aus dem es vor vierzig Jahren bei der großen Flut von Soldaten gerettet worden war, und trafen eine Frau, die nur durch Zufall nicht dem rechtsradikalen Mob in die Hände gefallen war. Wir besuchten eine Sanitätssoldatin, die sich auf ihren nächsten Einsatz in Afghanistan vorbereitete und einen Banker, dem Gewinn nicht das Wichtigste ist. Wir sprachen mit einem Mann, der nicht in der DDR hatte bleiben wollen und dem eine sensationell banale Flucht gelang, wir fanden einen der ersten Soldaten der nach dem Krieg neuen Bundeswehr und eine ehemalige Mathematiklehrerin, die Respekt bekam vor ihrer Tochter, als die ins Gefängnis ging (…) Es war eine spannende Reise durch 60 Jahre Bundesrepublik.”

Claudia Seifert und die Fotografin Renate Niebler haben zusammen eine Reise durch die Geschichte der Bundesrepublik Deutschland unternommen. Sie haben bekannte und bereits vergessene Orte aufgesucht, um zu sehen, was aus den einstmals geschichtlich wichtigen Schauplätzen geworden ist.

Bilder aus dem Buch ›Tief in Deutschland‹
© Renate Niebler

1.	Tornado-Piloten-Hüllen in der Kleiderkammer im Fliegerhorst Nörvenich: 1957 – zwölf Jahre nach der bedingungslosen Kapitulation – galt wieder die allgemeine Wehrpflicht und die ersten 10.000 Rekruten zogen in die Kasernen ein.

1. Tornado-Piloten-Hüllen in der Kleiderkammer im Fliegerhorst Nörvenich: 1957 – zwölf Jahre nach der bedingungslosen Kapitulation – galt wieder die allgemeine Wehrpflicht und die ersten 10.000 Rekruten zogen in die Kasernen ein.

 

2.	Rheintal, Blick vom Petersberg: Der Verfassungskonvent erarbeitete 1948 in der Abgeschiedenheit der Insel Herrenchiemsee innerhalb von 13 Tagen einen Entwurf für das Grundgesetz. Am 8. Mai 1949 wurde das Grundgesetz vom Parlamentarischen Rat mehrheitlich angenommen und am 23. Mai verkündet. Damit war die Bundesrepublik Deutschland gegründet.

2. Rheintal, Blick vom Petersberg: Der Verfassungskonvent erarbeitete 1948 in der Abgeschiedenheit der Insel Herrenchiemsee innerhalb von 13 Tagen einen Entwurf für das Grundgesetz. Am 8. Mai 1949 wurde das Grundgesetz vom Parlamentarischen Rat mehrheitlich angenommen und am 23. Mai verkündet. Damit war die Bundesrepublik Deutschland gegründet.

3.	Kernkraftwerk Rheinsberg: Das Jahrzehnt nach 1960 schwelgte in Technikeuphorie, Kernenergie galt als »saubere« Energie der Zukunft. Nach zahlreichen Zwischenfällen wurde der Reaktor 1990 stillgelegt ... und nun muss alles strahlensicher entsorgt werden.

3. Kernkraftwerk Rheinsberg: Das Jahrzehnt nach 1960 schwelgte in Technikeuphorie, Kernenergie galt als »saubere« Energie der Zukunft. Nach zahlreichen Zwischenfällen wurde der Reaktor 1990 stillgelegt ... und nun muss alles strahlensicher entsorgt werden.

4.	Olympia 1972: Terroristen, Palästinenser verschafften sich Zutritt zum olympischen Dorf und nahmen elf israelische Sportler und Funktionäre als Geiseln, um Gefangene freizupressen. Die Befreiung scheiterte, alle  Geiseln kamen ums Leben. Deutschland stand vor einem Jahrzehnt der Gewalt.

4. Olympia 1972: Terroristen, Palästinenser verschafften sich Zutritt zum olympischen Dorf und nahmen elf israelische Sportler und Funktionäre als Geiseln, um Gefangene freizupressen. Die Befreiung scheiterte, alle Geiseln kamen ums Leben. Deutschland stand vor einem Jahrzehnt der Gewalt.

5.	Mit dem Fahrrad über die Grenze: »Ich bin einfach an die Schranke ran, habe mein Fahrrad rübergehoben – und war natürlich ruhig. Da war ein NVA-Beamter, aber der hat irgendwie keine Lust gehabt, hat sich vielleicht gedacht, der kommt vom Markt. Weg war ich.« Das Fahrrad von Manfred Bresler steht noch heute im Keller seines Wohnhauses in Frankfurt.

5. Mit dem Fahrrad über die Grenze: »Ich bin einfach an die Schranke ran, habe mein Fahrrad rübergehoben – und war natürlich ruhig. Da war ein NVA-Beamter, aber der hat irgendwie keine Lust gehabt, hat sich vielleicht gedacht, der kommt vom Markt. Weg war ich.« Das Fahrrad von Manfred Bresler steht noch heute im Keller seines Wohnhauses in Frankfurt.

 In  Nörvenich, Wilhelmsburg, Heiligendamm, Wiesbaden, Memmingen, am Bodensee, in Mutlangen und an vielen weiteren Orten trafen und sprachen sie die unterschiedlichsten Menschen, von denen die meisten eines verbindet: „Das Grundgesetz würden sie am liebsten unter das Artenschutzprogramm stellen, doch die Politik in Berlin bleibt ihnen fern”.

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