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Gerhard Berz
Wie aus heiterem Himmel?
Buchempfehlung von Rosemarie Mailänder

Buchtipp der Woche
31. Januar 2010
Gerhard Berz: Wie aus heiterem Himmel?
Gerhard Berz: Wie aus heiterem Himmel?

Aus heiterem Himmel, also ohne jegliche Vorzeichen, die darauf hindeuten, brechen Naturkatastrophen in den seltensten Fällen über uns herein. Meist gibt es Vorboten oder Signale, die die bevorstehende Gefahr ankündigen und bei deren Beachtung viele Schäden verhindert oder zumindest minimiert werden könnten. Doch obwohl es auf internationaler Ebene seit Jahren breit angelegte Katastrophenschutzprogramme gibt, werden effektive Vorsorgemaßnahmen viel zu selten und viel zu zögerlich ergriffen, und viel zu wenig ist nach wie vor bekannt, in welcher Weise jeder Einzelne aktiv werden, ja, im Extremfall sein Leben retten kann. Der Tsunami beispielsweise, der 2004 in Südostasien wütete und mehr als 230.000 Menschenleben forderte, ist für Berz vor allem eine Informationskatastrophe. Was aber macht aus einem gewaltigen Naturereignis überhaupt eine Katastrophe?

Als Meteorologe, Georisikoforscher und ehemaliger Chef der Münchner Rückversicherungsgesellschaft weiß der Autor, wovon er spricht – nicht umsonst verlieh ihm ›Focus‹ den Titel „Master of Disaster“. Und so erklärt er in diesem Buch nicht nur, wie und warum es zu Erdbeben, Vulkanausbrüchen, Wirbelstürmen, Flutwellen, Waldbränden und anderen Katastrophen kommt und warum bestimmte Gebiete besonders häufig betroffen sind. Berz zeigt anhand ganz konkreter Beispiele auch sehr anschaulich auf, wie menschliche Fehlleistungen, schlechte Bausubstanz, Missachtung von Planvorgaben und Bebauungsregeln sowie unzureichende Aufklärung der Bevölkerung mit dazu beitragen, dass die Auswirkungen von Naturkatastrophen in aller Regel deutlich gravierender sind, als sie sein müssten. Darüber hinaus beschreibt er, welche Rolle die globalen Umwelt- und Klimaveränderungen spielen, wie wir uns darauf einrichten und welche Anpassungsstrategien wir entwickeln sollten.

Dieses äußerst informative To-do-Buch beginnt und endet mit einem Szenario – schließlich ist die Zukunft auch nicht mehr das, was sie mal war. Schon heute wird als Schneekatastrophe beklagt, was früher einfach Winter hieß. Hier aber geht es um wirkliche Katastrophen.

Rosemarie Mailänder, Lektorat Sachbuch




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