Bayerisches Lexikon

»Mir san mir« sagt man in südlichen Gefilden und deswegen gibt es da auch eine eigene Sprache, die den gemeinen Südländer vom gemeinen Nordländer unterscheidet.
Aber weil man im südlichen Raum Fremde nicht nur willkommen heißt, sondern von selbigen auch verstanden werden will, gibt es hier eine kleine Hilfe für die Völkerverständigung.

 


Batzerl
Stückchen, Bröckchen zumeist in einer wenig ansprechenden Form. Anders verhält es sich freichlich beim Obatzten (siehe unten). 


 Dellen in den Haxerln
kann man übersetzen mit: Löcher in den Beinen. Es ist aber dringend davon abzuraten, weder den einen noch den anderen Ausdruck in Gegenwart einer Frau zu erwähnen. Erst recht nicht, wenn man anschließend Sex will.
 


Grantig
schlecht gelaunt; saugrantig = besonders schlecht gelaunt; rotzgrantig = unerträglich schlecht gelaunt

 


Gratler
Der Gratler an sich ist ein eher unbeliebter Zeitgenosse mit der charakterlichen Tendenz zum Hinterfotzigen und Betrügerischen. Gerne, aber nicht zwingend, findet man ihn am unteren Ende des Sozialthermometers. Der Gratler ist in der Regel fortpflanzungsdienlich (wobei jetzt das Wort dienlich vielleicht fehlbesetzt ist, ich finde aber kein passenderes) und gibt seine Gene häufig an die Nachkommenschaft weiter.

 


Gschaftelhuber
Wichtigtuer 


Gschwerl
Gesindel


Herumschlawenzeln
hat zwei völlig unterschiedliche Bedeutungen. Zum einen kann es heißen: flanieren, umherschlendern, so was in der Art. Zum anderen heißt es: sich jemandem anbiedern, einem in den Arsch kriechen, auf Deutsch halt.

 


Lätschn
Wenn jemand eine Lätschn zieht oder einen Flunsch, macht er ein Gesicht. Ein finsteres oder ein beleidigtes. Ein dümmliches oder ein provokantes. Ein saures oder ein gekränktes. Jedenfalls kein freundliches.

 


Matz
Eine Matz kann praktisch mehrere Funktionen erfüllen und ist überwiegend weiblich und negativ. Wenn man dabei jedoch von einem Mann spricht, hat es durchaus positive Aspekte. Die klassische Matz ist ein Miststück mit dem Hang zur Schlampe. Also die Art von Weib, die auf ihrer eigenen Zielgeraden schon gern mal über Leichen wandert.


Obatzter
womit wir wieder bei den Batzerln wären. In diesem Fall aber sind es diverse Käsebatzerl, mit Gewürzen, Zwiebeln und Butter und zu demselbigen verarbeitet und bei gewisser Begabung sowohl optisch als auch kulinarisch ein Vergnügen.

 


Pfui Deife
Pfui Teufel

 


Pressieren
Wenn’s einem pressiert, hat er’s eilig. Oder er hat’s pressant.


Rass
trifft in erster Linie auf den Obatzten zu. Der muss nämlich leicht rass sein. Also eine bestimmte Würze haben, die einem Käse das gewisse Etwas verleiht, was man auch gut riechen kann. Weniger gut dagegen riecht es, wenn Körpergerüche ins Rasse abdriften, frag nicht.

 


Ratschen
einen Ratsch heraushauen, was man eigentlich mit »sich unterhalten« oder »einen Plausch halten« übersetzen könnte. Aber wie gesagt, nur eigentlich. Weil: wenn man einen Plausch hält, werden unwichtige Informationen in einer netten Art und Weise unter den Mitmenschen ausgetauscht. Beim Ratschen ist es eher gegenteilig. Da geht’s ans Eingemachte. Und die Wortwahl ist, sagen wir, einfältig bis hinein ins Ordinäre. Meistens jedenfalls. 


Schleimsau
zusammengesetzt aus schleimig und Sau. Somit bedarf's keiner weiteren Erklärung.


 Schleuderaffe
Wenn einer frisst wie ein Schleuderaffe, hat er einen Mordshunger und haut richtig rein. Danach braucht er meistens ein Schnapserl oder zwei.


 


Schmarrn
Wenn jemand einen Schmarnn redet, verbreitet er Unsinn. Wenn jemand einen Schmarrn brät, dann nicht. Dann gibt's anschließend was ganz Feines zu essen. Mit selbstgemachtem Kompott von der Oma - direkt ein Traum.
 


Schnackler
Schluckauf

 


Schwammerl
Pilze

 


Spansau
Spanschwein

 


Zerdatscht
zerquetscht


Zofenkammerl

Ein Kammerl ist ein kleines Zimmer und ein kammerl Zofenkammerl eben das einer Zofe. Was ich aber im Fall Birkenberger damit sagen wollte: es gibt eben keine Hotelzimmer mehr. Selbst die Besenkammer ist an Pygmäen vermietet.