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Charlotte Sandmann

Charlotte Sandmann arbeitet als Schriftstellerin, Ghostwriterin und Übersetzerin. Ihr besonderes Interesse gilt der Medizingeschichte sowie der Geschichte der Pharmazie.

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Interview

Charlotte Sandmann

Charlotte Sandmann arbeitet als Ghostwriterin und Übersetzerin. Fasziniert von der dramatischen und tragischen Geschichte Javas, schrieb die ehemalige Reporterin den Roman ›Paradies in Flammen‹ über Leidenschaft und Liebe im Schatten einer der furchtbarsten Katastrophen, die die Welt je erlebt hat.

Wenn Sie eine Zeitreise machen könnten, in welche Epoche würden Sie reisen?

Ins 19. Jahrhundert.

Sowohl Ihr erster Roman „Kalte Zärtlichkeit“ als auch das neue Buch „Flammen im Paradies“ spielen in dieser Epoche. Was fasziniert Sie an dieser Zeit so sehr?

Es war eine sehr aufregende Zeit, weil sich damals das Rad der Geschichte in jeder Hinsicht immer schneller zu drehen begann – in der Weltanschauung, in der sozialen Frage, in den Wissenschaften. Dadurch kam es zu heftigen Konflikten, die einen natürlich als Schriftstellerin reizen.

›Flammen im Paradies‹ entführt den Leser ins Jahr 1883. Die stumme Helena muss ihre Heimatstadt Hamburg verlassen, um in Java einen Mann zu heiraten, den sie gar nicht kennt. Auf der Insel wird sie Zeuge des Ausbruchs des Vulkans Krakatau. Hier trifft Fiktion auf Wirklichkeit. Der Vulkanausbruch fand tatsächlich statt. Er zerstörte damals 165 Ortschaften und tötete mehr als 36 000 Menschen. Warum wählten Sie diesen Schauplatz? Waren Sie schon einmal auf Java?

Nein, in Indonesien war ich noch nie. Mich hat der tropische Hintergrund und dieses gewaltige Naturereignis fasziniert.

Helena ist sowohl dem Willen ihres Vaters machtlos ausgeliefert als auch später den Misshandlungen der Familie ihres Ehemannes. Geht es Ihnen in dem Roman auch darum aufzuzeigen, in welchem Korsett Frauen damals steckten? Wie sie daraus ausbrechen konnte? Oder eben nicht?

Ja. Wir modernen Frauen haben weitgehend schon vergessen, aus welcher Gefangenschaft wir uns emanzipiert haben. Heute mault ein Mädchen, weil es nicht genügend Taschengeld kriegt, und denkt nicht daran, dass damals die Frauen überhaupt nicht über ihr Geld verfügen durften. Oder es beschwert sich, weil den Eltern der Freund nicht gefällt, und hat keine Ahnung, dass seinerzeit eine Frau ungefragt an irgendeinen Mann verheiratet werden konnte.

Es ist Ihnen gelungen, die Vergangenheit absolut lebendig werden zu lassen. Die Beschreibungen sind so detailreich, dass man sofort Bilder im Kopf hat. Wie sind Sie bei den Recherchen vorgegangen?

Ich habe weitgehend im Internet recherchiert, da man dort sehr leicht Antworten auf die verschiedensten Detailfragen findet, aber auch in Büchern, die den großen Hintergrund aufzeigen. Ich bin da sehr sorgfältig. Ich bemühe mich, dass wirklich jedes Detail stimmt, bis hin zum Essen und wie man sich bei Tisch benahm.

Ihre Sprache ist bildstark: „weiß wie ein Fischbauch“ oder „… ein Bauernmädchen, dessen runder Busen in einem Dekolleté aus Genueser Spitze ruhte wie zwei Törtchen in ihrer Papierkrause…“. Lassen Sie sich vielleicht auch von Gemälden aus der jeweiligen Zeit inspirieren?

Ja. Wenn ich an einem Buch arbeite, sammle ich nicht nur Textinformationen, sondern auch jede Menge Bilder – Gemälde, Zeichnungen, Zeitungsausschnitte.

Sind manche Passagen Originaltexte? Etwa die Bekanntmachung, dass der Zirkus Wilson in Batavia, dem heutigen Jakarta, gastiert. Oder die Logbucheinträge von Kapitän MacKenzie, der während der Naturkatastrophe mit seinem Schiff vor der Vulkaninsel liegt?

Alle diese Textpassagen und andere mehr sind authentisch. Ich habe nur manchmal Texte verschoben und zusammengezogen, um nicht plötzlich neue Personen einführen zu müssen; so stammt zum Beispiel der Tagebucheintrag von Kapitän MacKenzie von einem anderen Kapitän, der in meinem Roman nicht vorkommt.

Den Vulkanausbruch – der wegen der telegraphischen Kommunikation als eines der ersten Beispiele für das „globale Dorf“ gilt – schildern Sie auf die Minute genau. Und Sie haben auch einen Telegrafenmeister in die Handlung eingeführt. Ist „Flammen im Paradies“ ein Stück Bildungsroman?

Den Telegrafenmeister habe ich nicht eingeführt, der war tatsächlich da, und was ich beschrieben habe, ist wirklich so geschehen. Ich sage mir nicht: „Das schreibe ich jetzt so, damit die Leser etwas lernen.“ Ich selbst habe etwas daraus gelernt, dass die Ereignisse sich damals so abgespielt haben.

Sie haben früher auch als Ghostwriterin gearbeitet. Können Sie sich vorstellen, jetzt, nachdem Sie eigene Bücher geschrieben haben, wieder für andere zu schreiben?

Wenn mich das Thema interessiert, dann nehme ich jederzeit einen Ghostwriting-Auftrag an. Wenn es mich nicht interessiert, dann würde ich auch unter meinem eigenen Namen nicht darüber schreiben wollen. Es geht mir ums Schreiben an sich, nicht darum, dass ich herumlaufen und sagen kann: „He, schau, da steht mein Name auf einem Buchdeckel.“

Verena Richter

Alle Bücher von Charlotte Sandmann

4 Titel
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Charlotte Sandmann

Paradies in Flammen

Historischer Roman

Ein historischer Abenteuerroman vor der exotischen Kulisse Javas.

Erhältlich als: Taschenbuch, E-Book
Taschenbuch
x 8,95 €

Charlotte Sandmann

Kalte Zärtlichkeit

Historischer Roman

Die ergreifende Liebesgeschichte einer jungen, wissensdurstigen Frau, deren Liebe zu einem gesellschaftlich geächteten Mann größer ist als jede Konvention.

Erhältlich als: Taschenbuch
Taschenbuch
x 8,95 €

Charlotte Sandmann

Die Frau des Apothekers

Historischer Roman

Ein fesselnder Roman über eine selbstbewusste Frau, die sich zur Apothekerin ausbilden lässt. Ein Giftmord, der das historische Hamburg in Atem hält ...

Erhältlich als: Taschenbuch, E-Book
Taschenbuch
x 8,95 €

Charlotte Sandmann

Die Erbin

Roman

Ein Roman über Liebe und Verrat im 19. Jahrhundert

Erhältlich als: Premium, E-Book

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