Portrait des Autors Eveline Kosenbach

Eveline Kosenbach

Eveline Kosenbach arbeitet im Münchner Tierheim, dem einzigen Tierheim in Deutschland mit Vermisstenstelle. Sie macht das seit über 17 Jahren und hat die Vermisstenstelle aufgebaut. Mit einer »tierischen Erfolgsquote« von 95 Prozent, wie es in einem Artikel der ›Süddeutschen Zeitung‹ über sie heißt.

Interview

Die Autorin im Gespräch über ihren bewegenden Alltag als Tierfahnderin

Eveline Kosenbach: ›Liebling verzweifelt gesucht‹

Eveline Kosenbach arbeitet als Tierfahnderin im Münchner Tierheim, dem einzigen Tierheim in Deutschland mit Vermisstenstelle – mit einer Erfolgsquote von 95 Prozent! In ›Liebling verzweifelt gesucht‹ erzählt sie von ihrem bewegenden und spannenden Berufsalltag.


Frau Kosenbach, seit knapp 20 Jahren helfen Sie, vermisste Tiere wiederzufinden. Wie wird man eigentlich zur »Tierfahnderin«?

Vor ca. 18 Jahren habe ich im Tierheim München an der schon bestehenden, aber nicht effektiv arbeitenden Vermisstenstelle angefangen. Langsam wurden von mir zu den einzelnen Polizeirevieren, Tierkliniken, Tierärzten, Tasso, Deutscher Tierschutzbund, andere Tierschutzvereine, Gemeinden, sowie andere Organisationen und Privatpersonen usw. gute Kontakte geknüpft, sowie ein Netz im Internet und Facebook aufgebaut. Über die Jahre hinweg habe ich dort sehr viel Vertrauen gewonnen. Diese Leute bzw. Organisationen haben die Effektivität meiner Arbeit weiter verbreitet, bummerangähnlich. Meine Erfolgsquote stieg von Jahr zu Jahr. Selbst außerhalb von Bayern und zum Teil auch aus Österreich usw. wurde ich angerufen und um Hilfe gebeten. Mein Name wurde immer bekannter.

Welcher »Fall« hat Sie am meisten beschäftigt?

Das war in Frankreich die Suche nach Katze Queency, die unfreiwilligerweise eine 850 Kilometer lange Reise von Frankreich nach München gemacht hatte. In Frankreich gibt es keinen Tierschutz wie in Deutschland, dass Tierschützer sich für ein Fundtier so einsetzen, um es wieder heim zu bringen. Es war für die Leute alles neu, dass man sich sogar vom Ausland her so um ein Tier so bemüht.

Welcher »Fall« hatte das Schönste Happy End?

Die Tötungsstation. Einem Tier zu helfen, dem Tod noch einmal von der Schippe zu springen.

Wie schaffen Sie es, sich in die Tiere hineinzuversetzen?

Man muss ein großes Herz für Tiere haben und Eigenheiten der Tiere beobachten und dadurch verstehen. Durch gezielte Fragen an die Besitzer der vermissten Tiere (scheu, zutraulich, Artgenosse, wie kann man sie anlocken (Futter, Leckerlis, Kosename). Dadurch kann ich ungefähr feststellen, wo sich das Tier eventuell aufhalten könnte.

Was raten Sie Menschen, die ein Tier vermissen?

Nie aufzugeben. Alles, was ich den Besitzern aus jahrelanger Erfahrung sage, auch durchzuführen.

Was sind die größten Probleme bei der Suche nach den Tieren?

Falsche Rassen- und Farbenbeschreibungen. Nicht tätowiert und/oder schlecht lesbar. Nicht gechipte Tiere. Sollte ein Tier aber einen Chip haben, der dann nicht angemeldet wurde, das ist, wie wenn man einen Brief absendet und keine Adresse darauf schreibt.

Ist eines Ihrer Tiere auch schon einmal verschwunden?

Nein, niemals.

Alle Bücher von Eveline Kosenbach

1 Titel
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Eveline Kosenbach, Bettina Lemke

Liebling verzweifelt gesucht

Aus dem Leben einer Tierfahnderin
Mit Bettina Lemke

Geschichten aus dem Alltag einer Frau, die die Suche nach vermissten Haustieren zu ihrem Lebensinhalt gemacht hat.

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