Gunvor A. Nygaard
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Gunvor A. Nygaard

Gunvor Andbo Nygaard wurde am 15. Februar 1937 in Oslo geboren. Sie besuchte die Lehrerhochschule in Volda, wo sie sich auf die Fächer Textilarbeit/Werken und Norwegisch spezialisierte. Nach dem Studium arbeitete sie zunächst in Rygge in Østfold und heiratete dort Harald Nygaard; später zog sie mit ihrem Mann und ihren Kindern in den kleinen Ort Engerdal, wo sie neun Jahre lang lebte. Seit 1970 arbeitet sie als Lehrerin am Gymnasium von Tynset und ist deshalb nahezu täglich mit den Sorgen und Nöten Jugendlicher konfrontiert.
Gunvor Nygaard begann erst sehr spät zu schreiben. Ihr erster Roman erschien 1980. 1983 folgte ›Inger oder jede Mahlzeit ist ein Krieg‹ (dtv pocket 7899), Nygaards wohl bekanntestes Buch, das in mehrere Sprachen übersetzt und mehrmals neu aufgelegt wurde. Trotz des Erfolgs von ›Inger‹ sind es nicht unbedingt realistische Geschichten, die Gunvor Nygaard besonders faszinieren – am liebsten schreibt sie fantastische Erzählungen und Märchen.

In ›Inger oder jede Mahlzeit ist ein Krieg‹ versucht Gunvor Nygaard, die psychologische Seite der Magersucht zu erklären; in einer bestechenden Sprache schildert sie die mystische Traumwelt, in die die erkrankte Inger sich flüchtet – fort aus der Fassadenwelt, in der man niemandem mehr vertrauen kann.
Die 14-jährige Inger, ein sensibles und phantasievolles Mädchen, erzählt von ihren Schwierigkeiten mit dem Erwachsenwerden. Anlass dazu sind Begebenheiten, die so oder ähnlich jede Jugendliche erlebt: das Unverständnis und die Verlogenheit der Erwachsenen, Zukunftsängste, Einsamkeit und Angst. Vor allem die Mutter lässt ihrer Tochter keine Freiräume und versucht ihr alle Entscheidungen abzunehmen. Weil Inger sich vor den körperlichen Bedürfnissen der Menschen und den zwangsläufigen Veränderungen ihres eigenen Körpers ekelt, hört sie auf zu essen. Sie wird magersüchtig und zieht sich ganz in ihre Traumwelt zurück, in der sie niemand mehr erreichen kann; so glaubt sie, zumindest sich selbst kontrollieren und aus den Zwängen der Erwachsenenwelt befreien zu können. Doch sie gerät dadurch nur in die Abhängigkeit des Hungerns. Auf dem Höhepunkt ihrer Krise aber öffnet sich ihr ein Weg zurück zu den Menschen. Mit Hilfe ihrer Eltern und ihres Lehrers wird sie versuchen sich mit ihrer Umwelt auseinanderzusetzen.

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