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Johann Hinrich Claussen

Johann Hinrich Claussen, geboren 1964, studierte evangelische Theologie in Tübingen, Hamburg und London. Propst im Kirchenkreis Alt-Hamburg und Hauptpastor an der Hauptkirche St. Nikolai. Privatdozent für Systematische Theologie am Fachbereich Evangelische Theologie der Universität Hamburg. Regelmäßiger Mitarbeiter der »Frankfurter Allgemeinen Zeitung«. Zahlreiche Zeitschriften- und Buchveröffentlichungen. Der Autor ist verheiratet und Vater von drei Kindern.

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Interview

»Für Kinder zu schreiben ist eine tolle Herausforderung.«

- Johann Hinrich Claussen im Interview mit Susanne Krones (dtv)

Sie sind Theologe und schreiben eigentlich wissenschaftlich über Religion. Was war es für eine Erfahrung, ein Buch zu schreiben, das Kindern das Christentum und seine Geschichte erklärt?

Das war eine tolle Herausforderung. Als Gemeindepastor hatte ich ja häufig mit Kindern und Jugendlichen zu tun. Die haben mir viel erzählt und mich viel gefragt. Nun hatte ich die einmalige Gelegenheit, Jugendlichen davon zu erzählen, was für mich das Wesentliche am christlichen Glauben ist. Aber es war schwere Arbeit, eine richtige Geschichte zu erzählen und einen angemessenen Ton zu finden. Die kritischen Rückfragen des Lektors Uwe-Michael Gutzschhahn haben mich dabei sehr unterstützt.

Ihre Hauptfigur Moritz flüchtet sich ganz zufällig in eine Kirche, weil es draußen regnet: Wie sind Sie selber dem Glauben begegnet? Und: Ist es wirklich zufällig, dass Moritz durch zwei Menschen, denen er begegnet, neugierig wird auf Religion?

Zum Glauben kommt man nicht einfach durch einsames Nachdenken, sondern vor allem durch Menschen, die selbst glauben. Für mich war meine Mutter solch ein Mensch. Ich habe aber als Jugendlicher auch viel gelesen. Besonders beeinflusst haben mich die großen, christlich geprägten Romane von Tolstoi und Dostojewski.

Fünf große Weltreligionen, jede randvoll mit verschiedensten Unterformen, die bei den christlichen Kirchen etwa von römisch-katholisch, evangelisch-lutherisch, anglikanisch und methodistisch bis koptisch und russisch-orthodox reichen: Gibt es überhaupt einen falschen und einen richtigen Glauben?

Die Fülle der Religionen und Kirchen ist ein Reichtum. Der Glaube ist unerschöpflich. Niemand kann von sich behaupten, er habe die ganze Wahrheit für sich allein. Deshalb sollte man über andere Glaubensformen nicht mit einer starren Unterscheidung von ›richtig‹ und ›falsch‹ urteilen. Aber ein Urteil sollte man sich schon bilden. Dafür sollte man danach fragen, welche Glaubensform einem selbst angemessen ist, ob sie Lebenssinn schenkt, die Seele tröstet und dem Frieden dient.

Religion ist ein uraltes Phänomen, das seine Faszination nie verliert: Was macht Religion für viele Menschen so lebensnotwendig?

Gegenwärtig kann man bei vielen Zeitgenossen ein ganz neues Interesse an der Religion beobachten. Der christliche Glaube ist hochaktuell. Die moderne Welt scheint viele seelische Grundbedürfnisse nicht zu befriedigen. Wie finde ich echten Lebenssinn? Wie kann ich zwischen gut und böse unterscheiden? Was gibt mir Hoffnung? Das sind Fragen, die viele Menschen wieder stellen, und auf die der christliche Glaube an die Liebe Gottes eine Antwort gibt.

Religionen können auch richtig gefährlich werden. Terrorismus, Kriege und scheinbar unlösbare Konflikte scheinen häufig religiöse Wurzeln zu haben: Warum ist es für die Erwachsenen offenbar so schwierig, den Glauben anderer zu akzeptieren?

In der Tat, es ist erschreckend, wie die Religion missbraucht werden kann. Manchmal denke ich, dass es daran liegt, dass die Fanatiker sich ihres eigenen Glaubens nicht sicher sind. Wer seiner selbst und seines Glaubens gewiss ist, der ist auch souverän genug, andere Glaubensformen anzuerkennen. Wen aber heimliche Zweifel quälen, der kann es nicht ertragen, wenn andere Menschen einen anderen Glauben haben. Hier kann eigentlich nur die direkte Begegnung mit Vertretern anderer Religionen und Kirchen Aufklärung, Toleranz und Frieden bringen.

Alle Bücher von Johann Hinrich Claussen

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Johann Hinrich Claussen

Moritz und der liebe Gott

Ganz zufällig - weil es draußen regnet - flüchtet Moritz in eine Kirche, nicht gerade ein Ort, der ihm vertraut ist. Und da ist noch die alte Frau, die ihn darauf hinweist, dass man für die Kerzen, die man in einer Kirche entzündet, eigentlich auch bezahlen sollte.
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