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Judith Winter

Judith Winter, 1969 in Frankfurt am Main geboren, studierte Germanistik und Psychologie in Berlin und Wien und arbeitete viele Jahre in einem renommierten wissenschaftlichen Institut, bevor sie sich selbständig machte. Nach Aufenthalten in Mailand und Paris lebt sie heute mit ihrer Familie in Konstanz.

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Judith Winter: Emilia Capelli und Mai Zhou
Das Ermittler-Team Emilia Capelli und Mai Zhou: jung, professionell, erfolgreich – und voller Gegensätze.

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Buchtrailer Siebenschön

Interview

Die Autorin im Gespräch über ihre neue Krimi-Serie

Judith Winter: ›Siebenschön‹

In Judith WintersSiebenschön‹ sind zwei junge, ehrgeizige Kommissarinnen einem Serienkiller auf der Spur, der seine Morde bizarr inszeniert und mit mathematischer Akribie verübt. Im Interview verrät die Autorin, wie es zu ›Siebenschön‹ kam, warum sie zwei Frauen ermitteln lässt und ob sie nachts eigentlich noch ruhig schlafen kann.

Wie sind Sie auf die Geschichte gekommen? Gab es zuerst den Fall oder zuerst die Kommissarinnen?

Es mag komisch klingen, aber das kann ich so klar gar nicht beantworten. Ich glaube, dass jeder Autor permanent Dinge in sich aufnimmt, vieles mit Sicherheit auch unbewusst. Und irgendwann tauchen gewisse Dinge in Form einer Idee wieder auf, vermischen sich und machen sich selbständig. Im Fall von ›Siebenschön‹ war da zum Beispiel dieses mathematische Problem, über das ich irgendwann mal gelesen hatte, beim Zahnarzt oder sonst irgendwo, wo man nicht weiter darauf achtet. Die Sache hat mich interessiert, ohne mich nachhaltig zu beeindrucken. Aber eines Tages, lange danach, sah ich plötzlich eine verlassene Lagerhalle vor mir mit einer alten Gefriertruhe darin – und auf einmal war auch das Zahlenrätsel wieder da und mit ihm eine ehrgeizige junge Frau, die fürchterlich über ihre neue Partnerin schimpfte. Und so kam eins zum anderen …

Wieso haben Sie sich für zwei Frauen als Ermittlerinnen entschieden? Das ist ja doch eher untypisch.

Ich denke, das ist eine Konstellation, die es in Zukunft immer öfter geben wird, denn Frauen sind ja auch in diesen Bereichen immer stärker auf dem Vormarsch. Interessant ist die Art und Weise, wie Frauen miteinander umgehen, wenn sie einerseits in unmittelbarer Konkurrenz zueinander stehen, gleichzeitig aber auch in hohem Maße aufeinander angewiesen sind. Das ist – stilistisch gesehen – eine ganz andere Hausnummer als bei Männern und hat oft eine Vielschichtigkeit und Subtilität, die extrem spannungsgeladen und anstrengend werden kann. Für einen Krimi nicht unbedingt die schlechtesten Zutaten, fand ich.

Die zwei Kommissarinnen haben es bei ihrem ersten gemeinsamen Fall mit einem astreinen Soziopathen zu tun. Was interessiert Sie an Kriminalfällen dieser Art? Als Psychologin haben Sie wahrscheinlich einen speziellen Blick darauf.

Verbrechen haben mich von klein auf fasziniert, nicht zuletzt, weil sie gewissermaßen die extremste Form zwischenmenschlichen Umgangs darstellen. Weiter, als einem anderen das Leben zu nehmen, die physische Existenz, kann man nicht gehen. So gesehen funktionieren Verbrechen wie eine Art Brennglas, in dem Emotionen, Wünsche und Triebe gebündelt und im wahrsten Sinne des Wortes auf die Spitze getrieben werden. Deshalb sind sie, glaube ich, auch für viele Autoren so interessant, denn jeder, der eine Geschichte erzählen will, muss notgedrungen komprimieren.

Wie ist es, sich so intensiv mit dem Verbrechen auseinanderzusetzen? Können Sie nachts noch ruhig schlafen?

Gut und schnell einschlafen kann ich schon aufgrund meines ziemlich ausgefüllten und arbeitsreichen Alltags eigentlich fast immer – zum Glück! Aber natürlich gibt es Themen und Fälle, die auch mich nicht so einfach loslassen. Leider bin ich kein Mensch, der sich leicht tut, Dinge auszublenden. Deshalb wähle ich oft den gegenteiligen Weg und setze mich ganz bewusst mit gewissen Dingen auseinander, frei nach Marie Curie: »Was man verstehen gelernt hat, fürchtet man nicht mehr.« Aber ich gebe zu: Auch das funktioniert nicht immer …

Was macht einen guten Krimi für Sie aus? Gibt es Einflüsse von anderen Autoren?

Ein guter Krimi muss für mich in erster Linie psychologisch stimmig sein – und zwar nicht nur, was das Verbrechen selbst angeht. Als Leserin wünsche ich mir Figuren, die ich gerne begleite, die mich in ihren Bann ziehen und die mich immer wieder aufs Neue überraschen. So lese ich zum Beispiel sehr gerne Bücher von Charlotte Link, nicht zuletzt, weil sie so irrsinnig vielseitig schreibt. Und in meinem Genre schätze ich ganz besonders die Beobachtungsgabe von Minette Walters und das Erzähltempo von Tess Gerritsen.

Wie schreiben Sie? Morgens, nachts, auf der Couch, im Café, mit Musik?

Da ich ein Freund klarer Strukturen bin und obendrein ja auch noch einen anderen Beruf habe, ist mein Alltag ziemlich durchorganisiert. In der Praxis heißt das, dass ich jeden Morgen von acht bis etwa zwölf am Schreibtisch sitze – ohne Musik und Berieselung, dafür mit reichlich Kaffee und im Winter auch durchaus mal mit einem Feuer im Kamin. Das mag ein bisschen spießig klingen, hat sich aber durchaus bewährt, und meiner Erfahrung nach tut ein gewisses Maß an Zwang der Kreativität sogar eher gut als schlecht. Was das angeht, scheint es sich mit dem Schreiben nicht anders zu verhalten als mit den sogenannten »normalen Dingen« des Alltags: Je mehr Zeit man hat, desto mehr Zeit braucht man auch. Wenn man hingegen weiß, dass man mittags aus dem Haus muss, erledigen sich Schreibblockaden und andere »Befindlichkeitsstörungen« oft von selbst.

›Siebenschön‹ ist der Auftakt einer Reihe: Sitzen Sie bereits am Folgeband und können Sie uns schon ein bisschen was verraten?

Ja, ich sitze tatsächlich schon am nächsten Band und bange gerade fürchterlich um Em, die sich wieder einmal über alle Regeln hinweggesetzt und damit gehörig in Schwierigkeiten gebracht hat! Allerdings geht es – so viel sei zu ihrer Ehrenrettung verraten – dabei um das Wohl eines Kindes: Ein etwa zehnjähriges, mutmaßlich chinesisches Mädchen wird in einem Frankfurter Nobelhotel Zeugin eines mysteriösen Doppelmordes und befindet sich fortan in höchster Gefahr. Leider spricht die Kleine kein einziges Wort – und das ist beileibe nicht das einzige Problem, mit dem Em und Zhou zu kämpfen haben. Das BKA behindert ihre Ermittlungen, die angeblichen Eltern des Kindes melden sich, und auch aus den eigenen Reihen schlägt den beiden ein rauer Wind entgegen. Und dann ist ihre kleine Zeugin auf einmal wie vom Erdboden verschluckt …

Bücher des Autors

3 Titel
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Sterbegeld

Das Ermittler-Team: jung, professionell, erfolgreich – und voller Gegensätze.

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Taschenbuch
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Judith Winter

Lotusblut

Entführt, gerettet, verschwunden. Ein Kind, das zu viel weiß. Der zweite Fall für Emilia Capelli und Mai Zhou.

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Taschenbuch
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Judith Winter

Siebenschön

Zwei brillante junge Ermittlerinnen. Vier bizarr inszenierte Leichen. Eine mathematische Formel, die den Takt des Todes vorgibt.

Erhältlich als: Taschenbuch, E-Book
Taschenbuch
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