Portrait des Autors Manfred Mai

Manfred Mai

Manfred Mai, 1949 in Winterlingen geboren, zählt zu den bekanntesten deutschen Kinder- und Jugendbuchautoren. Er hat Geschichte und Deutsch studiert und unterrichtet, bevor er sich ganz für das Schreiben entschied. Seine Bücher wie ›Deutsche Geschichte‹, ›Deutsche Literaturgeschichte‹ und ›Weltgeschichte‹ wurden hoch gelobt. Für sein Werk erhielt er bereits mehrere Auszeichnungen und war auch für den Deutschen Jugendliteraturpreis nominiert.

Interview

»Wer unsere Welt verstehen will, muss ihre Geschichte kennen.« - Manfred Mai im Interview mit Susanne Krones (dtv)

Mit der »Deutschen Geschichte« und der »Weltgeschichte« haben Sie zwei große Jugendsachbücher vorgelegt, die Bestseller wurden. Warum reizt es Sie, gerade geschichtliche Themen für Jugendliche aufzuarbeiten - warum nicht Disziplinen wie Politik oder Wirtschaft, die auf den ersten Blick wichtiger scheinen, um sich in der heutigen Welt zurechtzufinden? Braucht man die Vergangenheit, um die Gegenwart zu verstehen?

Als ich vor etwa zehn Jahren mit den Sachbüchern begann, habe ich zuerst eine Themenliste gemacht. Darauf standen unter anderem auch Politik und Wirtschaft. Nach reiflicher Überlegung habe ich mich dafür entschieden, mit Geschichtsbüchern zu beginnen. Denn wer unsere Welt verstehen will, muss ihre Geschichte kennen.

Ihre jungen Leserinnen und Leser haben Ihre Geschichtsbücher zu Bestsellern gemacht. Woher kommt die Faszination von Geschichte?

Vorweg: Das hat alle überrascht. Ob der Erfolg daher kommt, dass junge Leute von Geschichte fasziniert sind, kann ich nicht sagen. Aber eines weiß ich aus vielen Rückmeldungen: Viele Schülerinnen und Schüler bereiten sich mit meinen Büchern auf den Unterricht, auf Klassenarbeiten und auf Prüfungen vor - und das meistens mit gutem Erfolg! Nebenbei bemerkt: Auch viele Erwachsene lesen die Bücher, weil sie es schätzen, Geschichte so kompakt erzählt zu bekommen.

Weltgeschichte auf 200 Seiten zu erzählen, ist eine Kunst - auch eine Kunst des Weglassens. Welche Kriterien haben Sie für sich bei der Auswahl der Ereignisse entwickelt?

Bei der Auswahl ist entscheidend, dass ein ›roter Faden‹ sichtbar wird. Ich erzähle ja Geschichte nicht um der Geschichte willen. Beim Lesen soll deutlich werden, wie Ereignisse nach vorne wirken, wie eines aus dem anderen wächst.

Sie haben selbst lange Zeit Geschichte unterrichtet. Inwieweit sind Ihre Erfahrungen aus dem Geschichtsunterricht in die Konzeption des Buches eingegangen?

Als Lehrer habe ich die Erfahrung gemacht, dass man Schüler für Geschichte interessieren, ja begeistern kann, wenn der Unterricht entsprechend ist. Ohne diese Erfahrung hätte ich meine Geschichtsbücher nicht gewagt.

Lässt sich Weltgeschichte objektiv schreiben? Oder kann man sie immer nur aus der eigenen Perspektive - als Deutscher, als Europäer - wahrnehmen?

Nein, Objektivität ist in diesem Bereich nicht möglich. Kein Autor von Geschichtsbüchern kann und soll seine Herkunft verleugnen. Ich schreibe natürlich als Deutscher. Aber die zahlreichen Übersetzungen meiner »Weltgeschichte« sind Hinweise dafür, dass meine Darstellung der Ereignisse und Personen auch Menschen in anderen Ländern anspricht.

Es scheint, als fände Geschichte im neuen Jahrtausend im Zeitraffer statt, soviel ist seit den Anschlägen des 11. September 2001 passiert. Wenn Sie einen vorsichtigen Blick in die Zukunft werfen: Welche weltpolitischen Herausforderungen werden auf die Generation Ihrer jugendlichen Leserinnen und Leser zukommen?

Die Zukunft ist nicht das Feld des Historikers. Deswegen schweige ich dazu lieber.

Welches geschichtliche Ereignis, das Sie miterlebt haben, hat Sie am tiefsten berührt - und warum?

Der Fall der Berliner Mauer im November 1989. Warum? Das lässt sich nicht in Worten ausdrücken.

Bei welchem geschichtlichen Ereignis der Vergangenheit wären Sie gern dabei gewesen?

Bei der Französischen Revolution.

Warum?

Weil mit ihr in Europa eine neue Zeit begann; zum ersten Mal wurden in einer Verfassung die Grund- und Menschenrechte formuliert.

Bücher des Autors

17 Titel
Ansicht
Manfred Mai

Der Traum von einer besseren Welt

Ein Schatz für alle Jugendlichen, die manchmal an unserer Welt zweifeln: Manfred Mai erzählt von den großen Utopien der Menschheit und liefert Diskussionsstoff für lange Nächte.

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Die geheimnisvolle Tür

Steht das U auf dem Fahrstuhlknopf wirklich für Unterwelt? Alexander muss es unbedingt ausprobieren ...

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Manfred Mai

Es hüpft in meinem Kopf herum

Mit Gedichten ist es schon komisch: Jeder kennt welche, aber viele sagen, sie könnten damit nichts anfangen. Doch die meisten können wir lange, bevor wir überhaupt in die Schule kommen.

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Mein Geschichtenbuch für das 3. und 4. Schuljahr

Profileser aufgepasst: Lesefutter im Anmarsch! Fortsetzung der beliebten Geschichtenbücher für die 3./4. Klasse
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Eine abwechslungsreiche Reise in die Vergangenheit, die bewusst macht, welch kostbares Gut die Freiheit ist und wie hart und oft vergeblich im Lauf der Geschichte um sie gekämpft wurde.
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Manfred Mai, Alexandra Fischer-Hunold

Krimigeschichten & Polizeigeschichten, 1 Audio-CD

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