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Zizou Corder

Zizou Corder ist ein Synonym für die 1960 geborene Schriftstellerin Lousia Young und ihre Tochter Isabel Adomakoh. Mit der "Lionboy"-Trilogie schrieben die beiden einen Bestseller, der in 35 Länder verkauft wurde.

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Interview

»Und nach einer Weile gab es einen frechen Jungen mit dem Namen Charlie.«

- Zizou Corder im Interview mit Ute Wegmann (gesendet in der Sendung ›Büchermarkt‹ im Deutschlandfunk)

Sie haben die »Lionboy«-Trilogie zusammen mit ihrer Tochter Isabel geschrieben. Wer hatte die Idee zu »Lionboy«?

Die erste Idee kam von Isabel. Als sie sehr klein war, wollte sie immer Gutenachtgeschichten hören, aber zur Gutenachtzeit ist die Mama schon mal etwas müde. Also sagte ich: »Ich erzähl dir eine Geschichte, aber du musst sagen, worüber. Also, wovon soll sie handeln?« Und sie sagte: »Von einem Jungen.«- »Okay, was für ein Typ ist er?« - »Er ist frech.« - »Wie heißt er?« - »Charlie.« - »Okay!« - Und nach einer Weile gab es einen frechen Jungen mit dem Namen Charlie. So begann das alles.

War es für Isabel schwierig, die Geschichte aus der Perspektive eines Jungen zu erzählen?

Ich weiß es nicht. Ich glaube, andere Menschen sind immer geheimnisvoll. Ob es ein Mann ist oder eine Frau, ein Junge oder ein Mädchen, ein Indianer oder ein Marsmensch, wer auch immer, du entdeckst auf die ein oder andere Art alle möglichen Unterschiede und Ähnlichkeiten. Und Charlie ist kein so durch und durch jungenhafter Junge. Er hat in gewisser Weise einen sanften, einen liebenswürdigen Charakter, und er ist sehr mutig. Und sehr rücksichtsvoll. Er könnte auch ein Mädchen sein. Wir haben nie daran gedacht, ihn etwas speziell Jungenhaftes tun zu lassen. Er kam uns so in den Sinn wie er jetzt ist. Er ist Charlie.

Wie funktioniert das gemeinsame Schreiben?

Ich verrichte die »harte« Arbeit: Ich tippe und organisiere alles drum herum. Ich habe schon vorher Bücher geschrieben, ich bin eine Erwachsene, Isabel hat einen Job, sie geht zur Schule. Und dann diskutieren wir: Charlie könnte dies tun oder jenes, er könnte mal hierhin oder dorthin gehen. Diese Gespräche führen wir im Bus, beim Teetrinken, eigentlich immer, auf dem Weg zur Schule, überall. Ich schreibe alles auf. Nach ein paar Tagen frage ich Isabel, was sie davon hält, dann sagt sie zum Beispiel zögerlich: »Aha« Oder: »Das ist Spitze!« Und sie kritzelt mit ihrem roten Stift in den Unterlagen herum. Manchmal, wenn ich versuche, etwas Witziges zu schreiben, sagt sie: »Das ist nicht komisch! Kinder finden das nicht lustig!« Und einmal hat sie mich daran erinnert, dass Charlie 50 Seiten nichts gegessen hatte. All diese Dinge besprechen wir. Die Geschichte begleitet uns die ganze Zeit.

Gab es schon mal eine größere Diskussion, weil Sie nicht die gleiche Meinung zum Verlauf der Geschichte oder zu den Figuren hatten?

Ja, es gab einen großen Krach wegen einer Figur, die zum Ende des ersten Buches erscheint. Ich war davon überzeugt, dass sie sterben soll. Man braucht den Tod, weil er zur Realität dazugehört. Aber Isabel hat sich geweigert, sie sagte: »Nein, er hatte so ein hartes Leben bis jetzt und er soll ein schönes, ruhiges, glückliches Alter haben.« Wir hatten ein riesiges Hin und Her deswegen. Und: Isabel hat gewonnen!

Charlie ist das Kind eines afrikanischen Vaters und einer englischen Mutter. Auch ihre Tochter Isabel hat einen afrikanischen Vater. Wurden Sie oft mit Vorurteilen konfrontiert?

Wir persönlich nicht, denn dort, wo wir in London wohnen, gibt es eine absolut gemischte Nachbarschaft. Aber grundsätzlich sind die Vorurteile da, wahrscheinlich war Isabels Vater damit konfrontiert. Denn das ist die Realität. Ja, was das Buch betrifft: Wir haben uns nicht hingesetzt und überlegt, jetzt schreiben wir ein Buch gegen Rassismus, ein Buch, das Kinder davon überzeugt, dass Toleranz das einzig wahre Ding ist, das man leben muss. Denn wenn du das machst, kannst du deine Geschichte vergessen. Das funktioniert nicht. Aber das, was in deiner Geschichte zu Tage tritt, ist das, was du mit dir herumträgst: Isabel und ich haben geschrieben, was wir fühlen und denken. Wir haben nicht vorsätzlich über all diese Themen geschrieben, aber wenn unsere Geschichte diese Botschaft hervorbringt: fantastisch!

Warum spielt die Geschichte in der Zukunft?

In der Zukunft kann man alles geschehen lassen, man ist freier. Auf jeden Fall wollten wir, dass die Ölknappheit Thema ist und zum Tragen kommt.

Wie finden Sie es, dass Ihr Roman in den Dreamworks-Studios von Steven Spielberg liegt?

Wenn sie den Film mit Charlie so machen, wie er ist, dann wäre es der erste reale Kinderfilm in Hollywood mit einem farbigen Hauptdarsteller. Darüber wäre ich persönlich total glücklich! Und ich bin überhaupt nicht besorgt wegen meines Buches. Die Leute sagen: »Oh, der Film zerstört dein Buch.« Blödsinn! Das Buch ist im Laden, im Regal, auf dem Nachttisch, in der Bibliothek. Das Buch ist prima und der Film wird eine andere Sache. Also, ich freue mich auf die Verfilmung!

Alle Bücher von Zizou Corder

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Zizou Corder

Halo

Tochter der Freiheit

Halo wurde von Zentaueren großgezogen. Nun will sie sich auf die Suche nach ihren Eltern machen, mitten durchs kriegerische Land der Griechen.

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