Bayerisches Lexikon

»Mir san mir« sagt man in südlichen Gefilden und deswegen gibt es da auch eine eigene Sprache, die den gemeinen Südländer vom gemeinen Nordländer unterscheidet.
Aber weil man im südlichen Raum Fremde nicht nur willkommen heißt, sondern von selbigen auch verstanden werden will, gibt es hier eine kleine Hilfe für die Völkerverständigung.
 
Achter
Handschellen (bayerischer Polizeijargon)
aufgebrezelt, sich aufbrezeln 
Aufgedonnert, sich in Schale schmeißen, chic machen, so was in der Art halt. Das tut meist das weibliche Geschlecht. Und da ist auch gar nix dagegen zu sagen. Wirkt doch gleich ganz anders, wenn ein Weibsbild fesch ist und nicht ausschaut wie ein Krapfen, oder? Aber freilich kommt’s auch darauf an, für wen sie das tut. Macht sie es für sich selber, ist das völlig in Ordnung. Macht sie es für ihren Kerl, dann ist es ganz besonders schon. Macht sie es aber für irgend so einen dahergelaufenen Arsch, dann hört bei mir der Spaß auf. Da hab ich dann kein Verständnis dafür. Nicht das geringste.
Aus’zogne
Bei uns heißen die ja auch Kiache, also Küchle. Das ist ein Hefegebäck, gerne, aber nicht zwingend, mit Rosinen drin – und das ist einfach der Hammer. Rausgebacken im triefenden Fett und mit Puderzucker bestaubt. Einen feinen Kaffee dazu, und das Himmelreich ist nahe. Gott sei Dank macht das gar nicht viel Arbeit. Und die Herstellungskosten sind gut überschaubar. Und dementsprechend häufig gibt’s die bei uns daheim dann eben auch.
Backfotze
die Steigerung von »Watschn«
Batzerl
Stückchen, Bröckchen zumeist in einer wenig ansprechenden Form.
Bazi
Ein Schlitzohr, Schlawiner oder elendiger Hundling. Also vielleicht die Koseform von einem Saukerl, wenn man so will.
bieseln
pinkeln
Blaustichfahrt
Kann sich vermutlich eh jeder denken, ist eine Fahrt im Streifenwagen mit Blaulicht und Horn. Also bei Einsätzen eben und dadurch völlig legal. Anders ist es freilich, wenn ich mal im Stau steh. Dann gibt’s halt auch die eine oder andere Blaustichfahrt. Weil ich halt so null Komma null Lust habe, wie die anderen Hanswursten stundenlang auf der Autobahn abzuhängen. Und Zeit hab ich dafür bei meinem aufreibenden Beruf natürlich auch keine, ganz klar. Drum gibt‘s auch ab und zu eine Blaustichfahrt jenseits eines Einsatzes. Wobei man ja schon sagen muss, pünktlich im Büro zu erscheinen, das ist ja auch schon fast so was wie Einsatz, oder?
Datterer
Tattergreis, meistens wird er in der maskulinen Form genannt. Ein älteres, eher etwas unbeholfenes und unglaublich nerviges Männlein also.
Dellen in den Haxerln
kann man übersetzen mit: Löcher in den Beinen. Es ist aber dringend davon abzuraten, weder den einen noch den anderen Ausdruck in Gegenwart einer Frau zu erwähnen. Erst recht nicht, wenn man anschließend Sex will.
die Augen raushaun 
Wenn jemand starrt wie ein Blöder, haut’s ihm quasi die Augen raus. Dabei bekommt er in der Regel einen dümmlichen Gesichtsausdruck, im ungünstigsten Fall bleibt ihm der Mund offen und die Kopfbewegungen verlangsamen sich drastisch oder verschwinden ganz.
die Wange schlenzen 
Eine Liebkosung. Man nimmt die Wange des Gegenübers zärtlich zwischen die Finger und schlenzt sie leicht. Bei mir darf das ausschließlich die Oma.
drecksfad 
Mörderlangweilig. Also mir persönlich ist es ja eher selten drecksfad. Ich hab ja ein ausgefülltes Berufsleben, einen Freundeskreis und führe eine interessante Beziehung. Meistens jedenfalls. Dann ist da noch die Oma, die wo auch ständig irgendwas von mir will. Genauso wie der Papa, der ebenfalls keine Langeweile aufkommen lasst. Stößt dann noch der Leopold dazu mit einem dubiosen Busenfreund, so wird’s sogar langsam stressig. Also wie gesagt, mörderlangweilig ist mir eher ein Fremdwort. Und drecksfad halt ebenfalls.
Dult
Volksfest, Kirmes, Bierzelt, Musik und ab einer gewissen Stunde haufenweise Besoffene
ein Gestell machen
Sich (blöd) anstellen, ein Theater machen, ungeschickt sein.
Fexer 
Ableger, in der Regel der Teil einer Pflanze, aus dem bei sachgemäßer Behandlung durchaus ein neues Gewächs der gleichen Art entsteht. Bei dem Fexer vom Leopold hoffe ich natürlich inständig, dass eine andere Art heranwächst.
flacken 
liegen 
Fleischpflanzerl 
Frikadellen oder Buletten oder Fleischküchle sind flache Knödel aus gemischtem Hackfleisch und nach Leberkäs meine Lieblingsbrotzeit.
Flidscherl  
Flittchen
in die Froas fallen
Zuckungen kriegen, Schaum vorm Mund, epileptische Anfälle, ausflippen, ausrasten oder lethargisch ins Leere starren. Also kein schöner Zustand, aber kommt vor.
Gemächt 
Männliches Betriebssystem. Empfindlichste Stelle bei Körperkontakt sowohl im positiven, aber auch im negativen Sinn, bis hin zum game over.
Gerotze 
Bei starker Erkältung läuft die Nase, kennt man ja. Allerdings wird der Begriff auch gern bei Weicheiern benutzt. Wenn eben einer wegen jedem Dreck zu heulen anfängt, nennt man diese Flennerei auch gern ein Gerotze, ein elendiges
Geschwerl   
Gesindel
grantig   
schlecht gelaunt; saugrantig = besonders schlecht gelaunt; rotzgrantig = unerträglich schlecht gelaunt
Gratler 
Der Gratler an sich ist ein eher unbeliebter Zeitgenosse mit der charakterlichen Tendenz zum Hinterfotzigen und Betrügerischen. Gerne, aber nicht zwingend, findet man ihn am unteren Ende des Sozialthermometers. Der Gratler ist in der Regel fortpflanzungsdienlich (wobei jetzt das Wort dienlich vielleicht fehlbesetzt ist, ich finde aber kein passenderes) und gibt seine Gene häufig an die Nachkommenschaft weiter.
greislich  
ungenießbar (bei Mahlzeiten); hässlich (bei Weibsbildern)
grindig   
mies, gammelig, ungepflegt
Grinserl 
ist kein Lächeln. Eher das Gegenteil. Vielleicht trifft es »ein hämisches Schmunzeln« am besten.
gschafteln 
sich wichtig machen
Gschaftlhuber   
Wichtigtuer
Gscheithaferl
Ein Gscheithaferl ist entweder jemand, der ständig seine Waffel offen hat und seine überschaubaren
Weisheiten in die Welt hinausposaunt, auch wenn die es ums Verrecken nicht hören will. Oder aber es ist einer, der schwer auf der Leitung steht und vom Tuten und Blasen sowieso keine Ahnung nicht hat. Häufig, aber nicht gezwungenermaßen immer, kann man beide Eigenschaften bei ein und derselben Person vorfinden, was dann besonders unangenehme Zeitgenossen hervorbringt.
Gscheitschmatzer
Hier ist der erste Teil vom Gscheithaferl gut zu übernehmen. Der zweite eher nicht. Weil es unter den Gscheitschmatzern durchaus den einen oder anderen Kollegen gibt, der echt was in der Birne hat. Leider aber verspürt der dann dank seiner Eitelkeit stets das Bedürfnis, seinen Wissensvorsprung mit anderen zu teilen, was aber dann auch wieder eher nervt. Siehe Lehrer.
Guatl, Gutti 
Bonbons
Guttiglas
Ja, man kann es ahnen, es ist das Aufbewahrungsglas für Bonbons und für mich ein Magnet an jedem Empfangstresen. Wobei es da natürlich auf die Bonbonsorte ankommt. Da gibt’s ja immense Unterschiede. Da kann die Oma sagen, was sie will, bei Guttis, da nimmt man nix Billiges. Weil da schmeckst du jeden einzelnen Cent. Ich kenn natürlich alle Sorten und weiß genau, wovon ich lieber die Finger lasse. Aber wenn die Qualität stimmt, dann mach ich mir schon mal beide Hosentaschen voll. Besonders bei Karamellgeschmack. Da kann ich ums Verrecken nicht widerstehen.
Haferl   
Tasse
Haftlmacher
Also, wenn jemand aufpasst wie ein Haftlmacher, dann ist er schwer auf der Hut, konzentriert bis zum Dorthinaus, quasi Adlerauge, sei wachsam! Ins Deutsche könnte man das auch prima mit »Aufpassen wie ein Luchs« oder so übersetzen. Hört sich halt nur nicht so geschmeidig an, wie ich find.
Haindling 
ist A) ein Ort in Niederbayern und vielen Pilgern ein Begriff, hier aber nicht relevant. Und B) eine Band, die in bairischer Mundart irgendwo zwischen Pop, Jazz und Volksmusik changiert und deren Gründer Hans-Jürgen Buchner außer Arschgeige so ziemlich jedes Musikinstrument spielt. Ich persönlich mag diese Musik. Schon allein wegen der Sprache.
hammermäßig  
ist die Superlative von erstklassig, großartig oder einwandfrei
Haxerl   
Haxen = Beine; Haxerl = winzige Beine
Herrle   
Herrchen; dementsprechend heißt Fraule dann natürlich Frauchen, gell.
herumschlawenzeln 
hat zwei völlig unterschiedliche Bedeutungen. Zum einen kann es heißen:  flanieren, umherschlendern, so was in der Art. Zum anderen heißt es: sich jemandem anbiedern, einem in den Arsch kriechen, auf Deutsch halt.
holterdipolter 
ruckzuck, geschwind, eilig, ohne Ankündigung
Höpfl-Schnecke 
Wenn eine Frau den Beinamen »Schnecke« erhält, ist das durchaus liebevoll gemeint. Die hat man praktisch im Auge, die steht ganz oben auf der Liste, so was in der Art halt. Jedenfalls heißt sie so VOR der Paarungszeit, im besten Fall noch ein Weilchen danach.
Ja, pfiati Gott! 
Da kommt’s auf die Betonung an. Ein Ausdruck des Entsetzens. In etwa wie: »Um Gottes willen!« Oder es hat einen abfälligen Charakter, so wie: »Na Bravo!«
jemanden ausrichten
Jemanden schlecht machen, üble Nachrede, Verleumdung bis hin zum Rufmord, könnte man beispielsweise sagen. Es gibt ja Leut, die machen das völlig ungeniert, und zwar täglich, und laufen trotzdem noch immer ungestraft durch die Gegend.
Kartoffelbratl 
Ein Kartoffelbratl ist ein Schweinebraten, bei dem die Sau nicht allein in der Bratreine liegt, sondern auf einem Kartoffelbett. Dieses saugt dann den ganzen Bratensaft auf und schmeckt dementsprechend hammermäßig.
Kartoffelstampf   
Stampfkartoffeln
Kelly Family  
eine singende Großfamilie direkt von der Straße. Nach einem relativ kurzen Erfolg in den Neunzigern sind sie heute wieder auf derselben zurück. Was aber hier keine Rolle spielt. Einzig die Gemeinsamkeit der langen blonden Haare bis runter zum Arsch ist hier ausschlaggebend. Singen tut der Günter nicht. Nein, gar nicht.
können vor Lachen 
Das ist ein Ausdruck von Hilflosigkeit. Von unglaublicher Hilflosigkeit, würd ich mal sagen.
Krawattl 
Wenn man jemanden am Krawattl packt, packt man ihn am Kragen, also eine eher unfreundliche Geste.
Lamperl   
Lamm
Lätschn 
Wenn jemand eine Lätschn zieht oder einen Flunsch, macht er ein Gesicht. Ein finsteres oder ein beleidigtes. Ein dümmliches oder ein provokantes. Ein saures oder ein gekränktes. Jedenfalls kein freundliches. Ich persönlich kann es beim besten Willen nicht ertragen, wenn jemand eine Lätschn zieht. Da ist mir ein lautes Wort oder ein Schlag in eben die Lätschn allemal lieber. Ein Großteil der Menschheit aber liebt es, seinem Vis-à-vis mit einer dämlichen Gesichtsgrimasse den Tag zu versauen.
Lauser 
liebevoll: Lausbub. Abfällig: Rotzlöffel, Hosenscheißer. Wenn man das zu einem Erwachsenen sagt, ist es eher die zweite Variante.
Leichenfläderer 
Rechtsmediziner. Hört sich nach mords was an, ist aber in der Regel ein eher unappetitlicher Beruf.
Leopoldisierung 
Hier sind zwei Varianten möglich: Im Falle von der Sushi handelt es sich um eine bestehende Leopoldisierung, die aufgrund seiner Gene vorhanden ist und sich im Idealfall über die Jahre reduziert. Bei einer Leopoldisierung, wo allein durch die Anwesenheit des Namensgebers bei uns daheim entsteht, ist es andersrum. Die wird von Tag zu Tag größer und reduziert sich schlagartig durch seine Abreise.
Lungerl   
Lunge, Saures Lüngerl mit Knödel, ein Wahnsinn
Matz 
Eine Matz kann praktisch mehrere Funktionen erfüllen und ist überwiegend weiblich und negativ. Wenn man dabei jedoch von einem Mann spricht, hat es durchaus positive Aspekte. Die klassische Matz ist ein Miststück mit dem Hang zur Schlampe. Also die Art von Weib, die auf ihrer eigenen Zielgeraden schon gern mal über Leichen wandert.
mit der Brennsuppe schwimmen 
keine Ahnung haben, null Peilung, zero Durchblick, daher armer Irrer halt
Nachtgewand          
Nachthemd. Im Falle von der Oma meistens geblümt und bodenlang. Also zumindest für die Oma. Für normalgroße Menschen eher wadenlang. Die Oma hat wahnsinnig viele davon. Alle reduziert gekauft, versteht sich. Schön sind sie eigentlich alle nicht. Aber praktisch. Weil einfach alles verhüllt wird, was eh keiner sehen will. Anders sind da schon die Nachthemden von der Susi. Aber die heißen ja auch ganz anders. Negligé, heißen die nämlich. Und die schauen natürlich auch ganz anders aus.
narrisch                             
wahnsinnig, irrsinnig, verrückt
Obatzter  
Ein bayerisches Käsegericht mit viel Fett, Paprika und Zwiebeln. Mit einem reschen Bauernbrot dazu und einer kalten Halben schlicht und ergreifend zum Wahnsinnig werden.
Pfui Deife     
Pfui Teufel
pressieren    
Wenn’s einem pressiert, hat er’s eilig. Oder er hat’s pressant.
rass  
trifft in erster Linie auf den Obatzten zu. Der muss nämlich leicht rass sein. Also eine bestimmte Würze haben, die einem Käse das gewisse Etwas verleiht, was man auch gut riechen kann. Weniger gut dagegen riecht es, wenn Körpergerüche ins Rasse abdriften, frag nicht.
ratschen 
einen Ratsch heraushauen, was man eigentlich mit »sich unterhalten« oder »einen Plausch halten« übersetzen könnte. Aber wie gesagt, nur eigentlich. Weil: wenn man einen Plausch hält, werden unwichtige Informationen in einer netten Art und Weise unter den Mitmenschen ausgetauscht. Beim Ratschen ist es eher gegenteilig. Da geht’s ans Eingemachte. Und die Wortwahl ist, sagen wir, einfältig bis hinein ins Ordinäre. Meistens jedenfalls.
Ratschn  
oder Dorfratschn sind weltweit verbreitet und, was die Einholung ortswichtiger Informationen angeht, sehr beliebt. Wohingegen das Verbreiten eigener Untugenden eher lästig ist, aber auch in den Zuständigkeitsbereich der Ratschn fällt. Meistens, aber nicht zwingend ist die Dorfratschn weiblich und älteren Semesters.
Remmidemmi   
Durcheinander, Chaos
resch   
knackig, knusprig
Rotzpoppel 
Ein Sekret der Nase, das durch Niesen, Schnäuzen oder eine gewisse Fingerfertigkeit aus derselben entfernt werden kann.
rumfretten 
Wenn jemand rumfrettet, dann hat er’s nicht leicht. Entweder ist er krank oder pleite. Oder er kommt im Job nicht recht weiter oder bei den Weibern nicht an. Jedenfalls ist er – sagen wir mal – kein Held. Eher wurstelt er sich so ein bisschen planlos durchs Leben. So was in der Art halt. Anders ist es bei einem Kater. Wenn ich nämlich am Vortag ein oder zwei Bier zu viel intus hatte, dann frette ich auch so den ganzen Vormittag lang irgendwie rum. Aber nach dem Mittagessen ist es meistens wieder gut. Das ist also mehr so ein Teilzeitfretten und zählt deshalb nicht wirklich.
Schafkopfen 
Ein Kartenspiel mit weniger glorreichem Ruf, wird eher in Bauernwirtschaften gespielt.
scheißerlfreundlich 
Eine Art von unangenehmer Freundlichkeit, Ich würd sagen, von schleimig über ironisch bis rein ins Hinterfotzige.
schiach
Unattraktiv, nicht hübsch, eher hässlich, also zumindest, wenn es um Lebewesen geht. Wenn ich dagegen eine schiache Grippe hab, dann hab ich eine echt schlimme. Auch das Wetter kann schiach sein, wenn’s zum Beispiel wieder mal Kuhfladen regnet.
Schleimsau  
zusammengesetzt aus schleimig und Sau. Somit bedarf’s keiner weiteren Erklärung.
Schleuderaffe 
Wenn einer frisst wie ein Schleuderaffe, hat er einen Mordshunger und haut richtig rein. Danach braucht er meistens ein Schnapserl oder zwei.
Schmarrn  
Wenn jemand einen Schmarrn redet, verbreitet er Unsinn. Wenn jemand einen Schmarrn brät, dann nicht. Dann gibt’s anschließend was ganz Feines zu essen. Mit selbstgemachtem Kompott von der Oma – direkt ein Traum.
Schnackler   
Schluckauf
schnackseln  
pimpern, nudeln, ihr wisst schon
Schniedl  
männliches Geschlechtsteil. Bevorzugt nimmt man diesen Begriff bei Buben her. Oder eben bei mäßig ausgeprägten Exemplaren dieser Spezies.
Schwammerl   
Pilze
Sozialamtlätschn 
Hierbei handelt es sich um eine Randgruppe, die der Meinung ist, das bisschen Geld, was mangels Ausbildung verdient werden könnte (wenn man es schaffen würde, morgens aufzustehen, zu duschen und dann zur Arbeit zu fahren), kriegt man vom Sozialamt auch ohne Stress.
Spansau   
Spanschwein
Tragerl (Bier) 
Tragerl ist ein zärtlicher Ausdruck für Träger oder Kasten, der Getränke beinhaltet. Wenn man aber von Bier spricht, ist eine gewisse Zärtlichkeit durchaus angebracht.
umeinander stopseln
Wenn man umeinander stopselt, dann ist man zumindest für den Moment mit der aktuellen Situation wenigstens leicht überfordert. So muss man praktisch erst mal seine Gedanken ordnen und gegebenenfalls nach einer Erklärung, im schlimmeren Fall nach einer Ausrede suchen und versucht eben durch dieses Gestopsle irgendwie an Zeit zu gewinnen. Politiker können das prima, dieses Rumstopseln, und da fällt’s ja kaum noch jemandem auf.
Wadlbeißer 
Beim Wadlbeißer gibt’s ja zwei völlig verschiedene Interpretationen, nämlich eine positive und dann freilich auch eine negative. Im ersteren Fall ist es ein Mensch, der an einer Sache dranbleibt, auch wenn sie noch so ausweglos erscheint. Ein Kämpfer quasi. Ich kenn das zum Beispiel von mir selber bei schwierigen Mordfällen. Genau. Und die negative Version ist eher jemand, der in ausweglosen Situationen nicht aufgibt. Nein, da ist schon ein Unterschied. Sagen wir, es ist mehr jemand, dem du schon fünfzigmal gesagt hast, dass er dir auf die Eier geht, und dann ruft er tatsächlich das einundfünfzigste Mal auch wieder an. Also mehr in Richtung Nervensäge als Kämpfer vielleicht.
Wammerl 
Ein gut durchwachsener Schweinebauch. Wird gern direkt im Sauerkraut erhitzt und gibt dem Kraut einen unverschämt guten Geschmack. Aber auch gegrillt, resch und knusprig – der pure Wahnsinn.
Watschn 
Eine Ohrfeige. Aber nicht so ein Tatscherl, das man auch einem nervigen Kind einmal gibt, sondern schon eher eine von der kräftigeren Sorte.
wo der Bartl den Most holt 
wo’s langgeht, was abläuft oder wer das Sagen hat. Sowas in der Art halt (bei uns halt die Oma)
zerdatscht   
zerquetscht
Zefix!  
Die Koseform eines Fluches, die dementsprechend ausdrückt, dass der Benutzer desselben grad irgendwie durch irgendwas tierisch genervt ist.
Zinken   
ein eher überdimensionales Modell einer Nase
Zischhalbe 
ist in der Regel das erste Bier, und der Durst lässt es quasi schon in der Gurgel verdunsten. Deshalb trinkt man es so schnell wie möglich, dass alles grad so zischt.
Zofenkammerl 
Ein Kammerl ist ein kleines Zimmer und ein Zofenkammerl eben das einer Zofe. Was ich aber im Fall Birkenberger damit sagen wollte: es gibt eben keine Hotelzimmer mehr. Selbst die Besenkammer ist an Pygmäen vermietet.
Zwickel 
Ein Zweieurostück. Geht in Niederkaltenkirchen gut als Trinkgeld durch. In München wird man dafür vom Kellner nur milde belächelt. Oder er lässt es einfach achtlos auf dem Wirtshaustisch liegen. Im schlimmsten aller mir bekannten  Fälle gab’s sogar schon mal Hausverbot aus einem echt fadenscheinigen Grund heraus.
Zwiderwurz
Ein Zwiderwurz ist ein mürrischer Mensch. Wobei es da freilich einige Unterschiede gibt. Der eine, der ist eher selten mürrisch, der andere öfters. Manch einer ist es sogar immer. Oder wenigstens immer öfter, was aber nicht selten seinen unerfreulichen Lebensumständen geschuldet ist. Arbeit kann da meinetwegen der Auslöser sein. Oder auch die Ehe. Da kann man nix machen, da steckt man nicht drin. Im Grunde aber kann man einen Zwiderwurz in drei Kategorien einteilen: Nämlich den Vollzeit-Zwiderwurz, den Teilzeit-Zwiderwurz und den Gelegenheits-Zwiderwurz. Ja, so einfach ist das.


 

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