Almudena Grandes:
Der Feind meines Vaters

Grandes, Der Feind meines Vaters

 

»Ich wusste es, Paquito wusste es, auch Miguel und seine Eltern, seine Geschwister, seine Nachbarn, wir alle wussten es und taten so, als wüssten wir von nichts, ich am meisten, aber in Wirklichkeit wussten wir alles, auch dass in jener Nacht eine Razzia stattfand und der Widerstand am nächsten Tag einige Unterstützer weniger im Tal hätte, dafür einige Kämpfer mehr in den Bergen.«

 

Spanien zur Zeit der Franco-Diktatur: In einem andalusischen Bergdorf wächst der neunjährige Nino als Sohn eines Guardia-Civil-Beamten auf. Nino selbst ist zu klein, um einmal in die Fußstapfen seines Vaters steigen zu können. Um seinem Sohn dennoch eine sichere Zukunft offen zu halten, schickt der Vater ihn zum Schreibmaschinenunterricht.

Die Familie wohnt direkt in der Polizeikaserne und so bekommt Nino durch die dünnen Wände Nacht für Nacht mit, wie nebenan die ›Roten‹ verhört und gefoltert werden. Misstrauen herrscht überall und niemand ist sicher, wer Freund und wer Feind ist.

Eines Tages lernt Nino den geheimnisvollen Pepe kennen. Der Portugiese lebt alleine in einer Mühle außerhalb des Dorfes. Ein Eigenbrödler und ein kluger Kopf, der Nino fasziniert und in seinen Bann zieht. Pepe und die Leidenschaft für Abenteuerromane öffnen Nino immer mehr die Augen.

Nino beginnt, all die brutalen Geschehnisse im Dorf zu hinterfragen und ahnt schon lange, dass sein neuer Freund mit den Rebellen in den Bergen zusammenarbeitet. Und irgendwann muss Nino sich entscheiden …

Mit ›Der Feind meines Vaters‹ ist Almuneda Grandes ein eindrucksvolles Bild des spanischen Bürgerkriegs der Vierzigerjahre gelungen. Die Entwicklung des Jungen Nino wird zum politischen Erwachen und beeinhaltet eine Entscheidung, die ein Leben verändert.

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