Beth Kephart: Nichts als Liebe

Eine Empfehlung von Julia Malik, dtv Lektorat Reihe Hanser

Was macht die Liebe mit uns? Wenn sie uns trifft wie eine Flutwelle, wenn sie uns fortspült oder aus der Bahn wirft, wenn sie uns in schwindelnde Höhen erhebt oder gar zerstört? Beth Kephart hat mit ›Nichts als Liebe‹ einen Roman geschrieben, der eigentlich die Geschichte eines langen Abschieds ist und zugleich doch ein Buch über die Macht der Liebe, die uns alles geben und alles nehmen kann.

Die Protagonistin von ›Nichts als Liebe‹ heißt Katie. Sie ist sechzehn und hat gerade ihre Mutter Claire verloren. ›Nichts als Liebe‹ beschreibt ihren ersten Sommer nach dem Tod der Mutter, und dieser Sommer hat es in sich. In der Hitze und zwischen blühenden Gärten, in denen Katie arbeitet, scheint nichts an Tod und Sterben zu erinnern, ganz im Gegenteil: Das pure Leben will hier bewundert werden, und doch ist die verstorbene Claire allgegenwärtig. Allerdings mit ihrem Humor, mit ihrer Liebe zu Farben, in ihrer Lebenslust, von der Katie auch jetzt noch zehren kann. Es scheint, als würden sich auch die Dahlien und Rosen von Claire verabschieden wollen und zugleich eine neue Zeit heraufbeschwören. Können Trauer und Schönheit an einem Ort Platz haben, fragt Katie an einer Stelle im Roman. Und die Antwort lautet: Ja.

Zur selben Zeit stößt Katie noch auf ein zweites Leben, das sie nicht mehr loslässt. Es ist die Geschichte der Nachbarin Miss Martine, die seit 53 Jahren niemand mehr im Ort gesehen hat und die scheinbar wie eine Einsiedlerin hinter verschlossenen Gardinen lebt. Katie will herausfinden, was es mit dieser Nachbarin auf sich hat. Und je mehr sie das Rätsel um die geheimnisvolle Nachbarin lüftet, desto mehr findet sie zurück zu ihrer alten Kraft. Denn auch Miss Martine hatte einst einen geliebten Menschen und mit ihm jeden Halt im Leben verloren. Katie wird es anders ergehen. Am Ende dieses feinfühligen literarischen Romans wird sie wissen, dass man die Liebe manchmal auch loslassen muss, um ihr einen Ort zu geben, an dem sie weiterleben kann, und dass an die Stelle der Trauer mit der Zeit etwas Neues tritt. Etwas Unbekanntes und Schönes.

Eine Empfehlung von Julia Malik, dtv Lektorat Reihe Hanser

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