C. S. Forester: Tödliche Ohnmacht

Eine Empfehlung von Eva-Maria Prokop, dtv Lektorat Klassik

Crime Noir der Spitzenklasse – ein psychologisches Meisterwerk

C. S. Foresters ›Tödliche Ohnmacht‹ ist eine echte Entdeckung – eine Entdeckung im doppelten Sinne: Der Roman aus dem Jahr 1935 wurde auch in England erstmals 2011 veröffentlicht. Warum erst so spät? Weil das Manuskript, das bei einem Verlagsumzug in den Dreißigerjahren verlorengegangen war, erst Anfang unseres neuen Jahrtausends wiederentdeckt wurde, als es auf einer Christie’s-Auktion auftauchte.

C. S. Forester - Tödliche OhnmachtAber das Buch ist auch eine literarische Entdeckung. Forester schreibt keinen typischen Whodunit, wie es beispielsweise seine Zeitgenossin Agatha Christie getan hätte. Täter und Umstände stehen schnell fest: Marjorie, eine »despreate housewife« der Dreißigerjahre, verbringt einen Abend mit ihrer berufstätigen, alleinstehenden Freundin Millicent in London, bevor sie sich wieder auf den Heimweg in die Vorstadt macht. Als sie nach Hause kommt, liegt ihre jüngere Schwester Dot, die die Kinder gehütet hatte, tot auf dem Küchenboden – mit dem Kopf im Gasherd. Doch dass die fröhliche Dot Selbstmord begangen haben soll, das können weder ihre Schwester noch Mrs Clair, die Mutter der beiden, glauben. Schon bald reift ein schrecklicher Verdacht in den Frauen heran, für den sich immer mehr Indizien finden.

Forester ist ein Meister darin, zu beschreiben, was dieses Wissen mit den Figuren macht und wie Mrs Clair einen grausamen Racheplan schmiedet: So entsteht Crime Noir der Spitzenklasse. Unbedingt lesen!

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