Carlos Salem: Wir töten nicht jeden

Kaltes Blei auf nackter Haut

Nackte Tatsachen, die Exfrau mit ihrem neuen Lover im Nachbarzelt und eindeutig zu viele Auftragskiller auf dem FKK-Campingplatz machen ›Wir töten nicht jeden‹ von Carlos Salem definitiv zum heißesten Krimi des Sommers!

Wir töten nicht jeden

Mehr oder minder zufällig wird Juan Pérez Pérez zum Profikiller undercover und zwar zu einem gar nicht so schlechten: Dank 15 erfolgreich erledigter Aufträge ist er zur Nummer 3 der »Firma«, einer international agierenden Killer-Organisation, aufgestiegen. Und wenn diese zur Arbeit ruft, gibt es keine Wiederrede.

Und so muss der vermeintliche Pharmaunternehmer den Urlaub mit seinen beiden Kindern kurzerhand auf einen FKK-Campingplatz verlegen. Nicht gerade der beste Ort, unauffällig Mordwerkzeuge mit sich zu führen. Zu allem Überfluss ist das Autokennzeichen seines potenziellen »Kunden« auch noch das seiner Ex-Frau und Mutter seiner Kinder, die sich zufällig mit ihrem neuen Lover, einem angesehenen Richter, im Zelt nebenan vergnügt.

»So ein Urlaub passt einfach zu ihr. Was allerdings nicht passt, ist, dass jemand sie umbringen will. Jemand, der nicht mit ihr verheiratet war, meine ich. Und es passt ebensowenig, dass es diesem  Jemand gelingt, dass sich meine FIRMA seiner Sache überhaupt annimmt. Wir töten nämlich nicht jeden. Und wir sind auch nicht gerade billig.«

Juan Pérez Pérez wird es eindeutig zu heiß und dass nicht nur wegen seines prekären und rätselhaften Auftrags. Denn umgeben von viel nackter Haut findet der sonst so beherrschte Profi-Killer dank einer hübschen Animateurin zu Liebe, Lust und Leidenschaft .

Doch zurück zu den nach Juans Geschmack viel zu zahlreichen Zufällen: Denn plötzlich scheint Urlaub auf dem FKK-Campingplatz der neue Trend zu sein und Juan Pérez Pérez trifft nicht nur auf alte Freunde und Bekannte, sondern auch auf unleidige Arbeitskollegen.

Kein Wunder, dass er sich schließlich wie beim Roulette fühlt als er um sich herum diverse weitere Nummern der »Firma« zu sehen glaubt und sich am Ende selbst nicht sicher sein kann, ob er Opfer oder Täter wird. Denn Juan weiß aus eigener Erfahrung, dass die »Firma« in Bezug auf ihr eigenes Personal ganz und gar nicht nach dem Motto ›Wir töten nicht jeden‹ handelt.

»Wenn sie mich wirklich töten wollten, bräuchten sie nicht so viele Nummern, auch wenn dieser Gedanke mir schmeichelt, während ich den dritten Four Roses mit zwei Eiswürfeln bestelle. Das Ganze sieht mir mehr nach einem Katz-und-Maus-Spiel aus, in dem es um etwas mehr geht als um mein Leben. Aber hier geht es um nichts weiter. Soweit ich weiß.«

Ob Autor Carlos Salem Juan Pérez Pérez ein russisches Roulette bescheren oder ihn mit dem Hauptgewinn beschenken wird, können Sie ganz entspannt selbst lesen. Am besten bei Sonne, Sand und Meer und heißen Temperaturen!

Carlos Salem

Carlos Salem wurde 1959 in Buenos Aires geboren, arbeitete nach seinem Publizistikstudium für diverse Fernsehprogramme und jobbte nebenbei als Kellner, Taxifahrer, Buchhändler, Hotelportier, Werbegestalter, Radiosprecher, Drehbuchschreiber, Pizzabäcker und Vertreter für Mittel zur Kakerlakenbekämpfung. Ende der 1980er Jahre kehrte er Argentinien den Rücken und wanderte nach Spanien aus, wo er für verschiedene Print- und TV-Medien arbeitete bevor begann, Erzählungs- und Gedichtbänden sowie Romane zu schreiben. ›Wir töten nicht jeden‹, sein zweiter Krimi, erhielt den Premio Novepol für den besten 2008 veröffentlichten Krimi und in Frankreich den Prix Paris Noir 2010. Seit 2000 lebt Carlos Salem in Madrid.

Marianne Bohl, dtv-Redaktion

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