Charles Dickens: Oliver Twist

Empfehlung von Eva Prokop, dtv Lektorat Klassik

Der 200. Geburtstag von Charles Dickens am vergangenen Dienstag, den 7. Februar, ist ein guter Anlass, diesen großen Klassiker der englischen Literatur des 19. Jahrhunderts endlich mal wieder zu lesen.

Charles Dickens kennt jeder. Die Geschichte von Ebenezer Scrooge, dem verbitterten alten Geizkragen aus dem ›Weihnachtslied in Prosa‹, fasziniert Jahr für Jahr im Dezember Millionen von Lesern. Der Autor ist einer der bedeutendsten, die die englische Literatur vorzuweisen hat; er hat mit Scrooge, David Copperfield und dem Waisenjungen Oliver Twist in seinen Romanen Gestalten geschaffen, die auch zweihundert Jahre nach Dickens‘ Geburt noch im kollektiven Gedächtnis vorhanden sind. Und das – nicht zuletzt dank Hollywood – auch außerhalb seiner Heimat Großbritannien. 

Den 200. Geburtstag von Charles Dickens sollten man zum Anlass nehmen, dem großen Schriftsteller die Referenz zu erweisen, und die Werke, denen diese Figuren entstammen, auch mal wieder zu lesen. Ich kann Ihnen versprechen, Sie werden es nicht bereuen, denn Dickens‘ sozialkritischer Realismus wird in seinem Schreiben viel deutlicher als in den Verfilmungen der Plots.

Oliver Twist‹ ist dafür – auch wegen seines für Dickens geringen Umfangs – ein guter Einstieg. Die Geschichte um den armen Waisenjungen ist in den Jahren 1837-1839 als Fortsetzungsroman erschienen, und genau als solchen sollten Sie ihn sich vornehmen, hat der Autor doch passend zur Erscheinungsform regelmäßige Cliffhanger in den Roman eingebaut, um die Spannung zu erhöhen und den Leser bis zur nächsten Folge zu fesseln. Tauchen Sie ein in das Dickens’sche London und folgen Sie dem Meister der Milieuschilderung in die Londoner City, auf den Viehmarkt von Smithfield, in die Slums und die Elendsquartiere von Saint Giles und Saffron Hill, in die Docks und das East End. Dickens, der auch zeitlebens journalistisch tätig war, beschreibt auf unvergleichliche Weise die schrecklichen Zustände in den Armenhäusern und die Gepflogenheiten der Londoner Unterwelt. Lassen Sie sich von ihm in eine schon fast mythische Welt entführen, in der Oliver Twist sich wie ein Märchenheld allen Widrigkeiten des Lebens wiedersetzt.

Und wenn Sie daran – und an den wundervollen Illustrationen der Erstausgabe aus dem Jahr 1838 – Gefallen gefunden haben, können Sie sich anschließend an ›David Copperfield‹ und ›Nikolas Nickleby‹ wagen, alle in der klassischen Übersetzung von Gustav Meyrink, der Lieblingsübertragung von Arno Schmidt.

Empfehlung von Eva Prokop, dtv Lektorat Klassik

Alle Bücher von Charles Dickens bei dtv

Charles Dickens
David Copperfield
Charles Dickens
Weihnachtserzählungen

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.