Colm Tóibín:
Marias Testament

Colm Toíbín: Marias Testament
Jesus‘ Mutter ist vor allem als ikonische Gestalt in den Köpfen verankert. Doch wie könnte Maria als real existierende Person gewesen sein? Wie könnte sie empfunden haben, als Mutter eines angeblichen Sohn Gottes? Diesen Fragen geht Colm Tóibín in ›Marias Testament‹ nach – und lässt Maria selbst zu Wort kommen.

Man hat ihr den Sohn genommen. Sie war nicht dabei, als er starb, sie hatte sich in Sicherheit gebracht. Bis zuletzt hatte sie ihn angefleht, mit ihr zu fliehen, reiste eigens zu jener Hochzeit in Kana, um ihn zu warnen, doch er schenkte ihr kein Gehör und stellte sie in ihrer Angst vor allen bloß.

Maria ist eine einfache Frau und mit dem gesegnet, was man gesunden Menschenverstand nennt. Als der junge Jesus beginnt, sich daheim mit anderen jungen Männern zusammenzuschließen, verlässt sie stets das Haus. Ihr missfallen seine Freunde, später missfällt ihr auch der Sohn – als Anführer einer Horde von Nichtsnutzen, als angeblicher Sohn Gottes auf Erden.

Jetzt, kurz vor ihrem Tod erinnert sie sich. Noch immer spürt sie den Schmerz über den unermesslichen Verlust ihres einzigen Kindes. Colm Tóibín gibt Maria eine Stimme, zeigt sie in ihrer verwundeten Liebe und zeichnet ein Bild der verworrenen Zeiten, in die ihr Leben fiel.

Ein sprachliches Kleinod, einer Maria gewidmet, die keine Heiligenfigur ist, sondern eine alte Frau, der man als Leser gebannt an den Lippen hängt. Durch ihre Augen eröffnet Colm Tóibín einen völlig neuen Blick auf das Christentum und erschafft ein ungeahnt menschliches Porträt der Ikone Maria.

›Marias Testament‹ ist als Taschenbuch erhältlich:

Colm Tóibín
Marias Testament

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