Die Hassliste

Es war nur eine Liste. Niemand sollte sterben.

Fassungslos steht die 16-jährige Valerie vor den Scherben ihres jungen Lebens:
Nick, ihr Freund, eröffnet eines Tages in der Schul-Cafeteria das Feuer und tötet sechs Menschen. Valerie, die versucht, ihn aufzuhalten, setzt seiner wahnsinnigen Tat ein Ende, indem sie sich in den Kugelhagel wirft und dabei selbst schwer verletzt wird. Denn Nick scheint einen Plan im Kopf gehabt zu haben, eine Art Regieanweisung, nach der er vorging: die Hassliste, die sie beide als eine Art Ritual über Monate mit Namen mobbender Mitschüler gefüllt haben.
Schritt für Schritt wird dies nach der grauenvollen Tat bekannt, und Valerie scheint für niemanden mehr eine Heldin zu sein …

Die Hassliste erzählt schonungslos, vielseitig und unmittelbar von einem Amoklauf. Und seiner Vorgeschichte. Die Autorin Jennifer Brown wählt für ihren Debüt-Roman die Ich-Perspektive von Valerie, der Freundin des Täters. Doch Valerie ist mehr als das. Sie ist eben auch die Erfinderin jener Hassliste von Personen, die ihr und Nick das Leben schwer machten. Doch wo sie nur wütend war, machte er sich schuldig.

Valerie erzählt nicht chronologisch. Eine ungemeine Stärke des Romans, denn die Leser werden so ebenfalls mit aufgefordert, sich selbst ein Urteil zu bilden. Zusammen mit der Protagonistin gilt es, die Vergangenheit neu zu bewerten und aus den vielen Teilwahrheiten, die sich im Laufe der Geschichte auftun, Antworten auf die Frage nach den Motiven und Ursachen der Tat zu suchen. Ein Roman, der unendlich viel Diskussionsstoff mit sich bringt – in meinen Augen ein hervorragendes Debüt der US-Amerikanerin Jennifer Brown.

Wir freuen uns, die Autorin im Rahmen der Frankfurter Buchmesse persönlich kennenzulernen.

Anne Schieckl, dtv-junior Lektorat

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