Die Rätsel der Alhambra

Buchempfehlung von Tanja Poestges

Die Pfingstferien stehen vor der Tür! Höchste Zeit, sich nach Büchern für die Truppe auf der Rückbank umzusehen, bevor dort womöglich Langeweile aufkommt.

Meine Ferienlektüre-Empfehlung für Kinder ab 10 ist dieses Buch von Markus Spang – ein richtiges Schatzkästchen, das bei richtiger Anwendung locker Stoff für zwei Wochen bietet: Zum einen unterhält es bestens, und zwar mit einem witzigen und toll illustrierten Krimi, der auf die maurische Feste Alhambra entführt, Kopfurlaub sozusagen. Zum anderen ist diese Geschichte ein großes Rätsel in mehreren Teilen, das die Leser Schritt für Schritt und parallel zu den Hauptfiguren lösen müssen, um der Wahrheit auf den Grund zu kommen. Denn immerhin geht es um Mord, wenn auch einen, der 40 Jahre zurückliegt. Aber er wird ausgerechnet dem berühmten Rätselgraf Otto von Finkenstein angehängt. Und das können Anna, 12, Fred, 10 und Opa Drechsler so nicht stehen lassen. Denn „ihr“ Otto kann kein Mörder gewesen sein! Was die drei Helden und ihr spanischer Freund Inigo dann im Laufe der Handlung an Rätselhaftem serviert bekommen, dürfte auch Sudoku- und anderweitig Rätselgeschulten durchaus wohliges Kopfzerbrechen bereiten: knifflige Buchstabenspielereien, faszinierende Geheimschriften und –codes, sogar zwei 3D-Bilder gilt es zu entschlüsseln.

Mich hat vor allem begeistert, mit welchem Ideenreichtum und hintersinnigem Witz sich Markus Spang diese wirklich schwer zu knackende Rätselkette ausgedacht hat und ganz lässig auch noch eine gute Geschichte erzählt. Da stecken so viele Details drin, dass man immer wieder Neues entdecken kann – schon der Umschlag birgt ein Suchbild (das versteckte Konterfei von Graf Otto im Schattenspiel der Arkaden). Und das macht richtig Spaß. Ein Gesamtkunstwerk also – und vielleicht die Rettung, wenn der Urlaub mal gerade nicht so spannend ist.

Tanja Poestges, Lektorat dtv junior

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