Die Spur auf dem Steg

Buchempfehlung von Christiane Filius-Jehne

Nicht erst seit Henning Mankells Wallander-Romanen oder den Erfolgen von Liza Marklund erfreut sich Kriminalliteratur aus Schweden großer Beliebtheit. Schließlich hatten bereits in den 1960ern und 1970ern die gesellschaftskritischen Krimis von Maj Sjöwall und Per Wahlöö eine große Fangmeinde.

Eiskalte Spannung aus dem hohen Norden bietet auch Autoren-Neuling Lars Rambe mit seinem ersten Kriminalroman: Fredrik Gransjö; ehemals Kriminalreporter beim Stockholmer »Expressen« ist mit Frau und Kind nach Strängnäs gezogen, einem beschaulichen Örtchen am Mälaren, dem drittgrößten See Schwedens. Nachdem er in einem Artikel auf einen offenkundig nach wie vor ungelösten Mordfall aus den 1960er Jahren hinweist, bei dem während eines heftigen Schneesturms eine junge Frau sowie der entlaufene Insasse einer psychiatrischen Klinik zu Tode kamen, ist es mit der kleinstädtischen Beschaulichkeit dahin. Nicht nur, dass Gransjö sich Ärger in der eigenen Redaktion einhandelt, er erhält auch Drohbriefe, in denen er aufgefordert wird, die Vergangenheit besser ruhen zu lassen, wenn ihm Leib und Leben seiner Familie lieb seien. Vor allem aber geschieht ein weiterer bestialischer Mord, dessen Spuren ganz offenkundig in die eisige Nacht des Jahres 1965 zurückführen …

Ein lesenswertes Debüt nicht nur für Schweden-Krimi-Fans. Und genau das Richtige für lange Winterabende!

Christiane Filius-Jehne, Lektorin, Übersetzerin und Stadträtin, Dresden

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