Eshkol Nevo:
Die einsamen Liebenden

Eine commedie humaine voller heiterer Melancholie

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Ein turbulenter, kurzweiliger, witziger und anspielungsreicher Roman um Menschen und ihre Sehnsucht nach Zugehörigkeit. Um Reisende und Zurückkehrende. Um Einzelgänger und ihre Lebenskrisen, und um die Suche nach Sinn, wenn der Glaube verloren gegangen ist, in einer Gesellschaft, deren Grundfesten wackeln.

»Es war nicht Zimt, auch nicht der Duft eines bestimmten Shampoos, sondern einfach ihr Geruch. Jedes Mal, wenn er ihn wahrnahm, obwohl er genau wusste, das konnte ja nicht sein, verscheuchte er ihn mit einer energischen Handbewegung, doch seine Augen, die suchten weiter nach ihr: Vielleicht würde sie ja trotz allem …«

Die Stadt wird die »Stadt der Gerechten« genannt, ein Ort so scheint es, an dem sich lauter Meschuggene sammeln. In dem Viertel, in dem Moshe lebt, wohnen hauptsächlich Neueinwanderer, die meisten kommen aus Russland, vom Judentum haben sie keine Ahnung, Träume aber haben sie viele: Sie hoffen auf einen Neuanfang, auf Heimat, auf Zugehörigkeit. Mandelsturm zum Beispiel, ein Amerikaner, der nach dem Tod seiner Frau der Stadt eine »Mikwe«, ein Ritualbad, stiften will; oder Naim, der liebestrunkene arabische Bauunternehmer, der das Tauchbad bauen soll, stattdessen aber der Spionage verdächtigt wird und es so fertig bringt, dass aus dem geweihten Becken ein Stundenhotel wird …

Moshe ist ein ehemaliger Kibbuznik, der später Offizier mit geheimer Mission wurde und noch später, nach schwerer Krise, ultraorthodox. Jetzt ist er verheiratet, Vater zweier Kinder, Berater des Bürgermeisters. Es könnte alles gut sein – ist es aber nicht. Moshe hat Erinnerungen, die sind wie eine Heimsuchung. Vor allem an Ayelet, die Unvergessene, seine Jugendliebe, die er nun, sieben Jahre nach der Trennung, endlich wieder sieht … Wird Moshe seine Ehe, seine Familie aufgeben und sich für die Liebe entscheiden? Wird das Tauchbad am Ende doch noch gebaut werden? Werden Mandelsturm und all die anderen einen Platz im Leben finden?

Eshkol Nevo überrascht mit einem überaus flott geschriebenen Roman voll heiterer Melancholie. Eine commedie humaine mit satirischen Anklängen, schwebend und märchenhaft, humorvoll und klug. Werden sich Moshe und Ayelet kriegen? Sie kriegen sich. Für immer? Nichts ist für immer …

›Die einsamen Liebenden‹ ist seit 19. Februar als Hardcover und eBook erhältlich

Eshkol Nevo
Die einsamen Liebenden
Eshkol Nevo
Die einsamen Liebenden

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