Elena Chizhova: Die stille Macht der Frauen

Eine Eimpfehlung von Elena Gorokhova, Autorin von ›Goodbye Leningrad‹

Vier Frauen  – ein Land
»Die Geschichte Russlands im zwanzigsten Jahrhundert – Elena Chizhova macht sie spürbar anhand der Lebensgeschichten von vier Frauen, die ein Kind vor dem wachsamen Auge des Sowjetstaats schützen wollen. Sie erzählt die Geschichte vom Kampf zwischen Wahrheit und Lüge, bei dem – ganz in der Tradition wahrhaft großer Literatur – keine der beiden den Sieg davonträgt. Elena Chizhovas Stimme rüttelt auf, sie geht unter die Haut und trifft mitten ins Herz. Eine fesselnde Lektüre.«

Elena Gorokhova, Autorin von ›Goodbye Leningrad

Leningrad, Anfang der 1960er Jahre: Antonina, ein unbedarftes Mädchen vom Land, ist eigentlich ganz zufrieden, sie hat Arbeit in einer Fabrik und teilt sich ihren Platz im Wohnheim mit netten Zimmernachbarinnen. Als sie von einer Zufallsbekanntschaft schwanger wird, ändert sich alles. Der alleinerziehenden Antonina wird ein Zimmer in einer Gemeinschaftswohnung zugewiesen, in der drei alte Damen ein strenges Regiment führen. Antonina lebt sich trotz anfänglicher Bedenken und Reibereien ein, ihre kleine Tochter Susanna allerdings kränkelt häufig, so dass Antonina erwägt, sie zur Großmutter aufs Land zu bringen. Das ruft die drei Damen auf den Plan. Unter der rauen Schale der im Sowjetalltag gestählten Frauen schlägt ein weiches Herz: Sie haben das kleine Mädchen liebgewonnen und schlagen Antonina vor, sich um Susanna zu kümmern. Im Gegenzug schiebt Antonina Sonderschichten, um die unfreiwillige Wohngemeinschaft zu finanzieren. Das Arrangement funktioniert, eine Sorge jedoch bleibt: Susanna spricht nicht, in der Sowjetgesellschaft ein gefährlicher Makel. Ihr droht die Zwangseinweisung in ein Heim. Die drei alten Damen nehmen den Kampf mit der Staatsmacht auf: Sie haben genug gesehen und erlebt und setzen alles daran, um Susanna bei sich behalten zu können …

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