F. Scott Fitzgerald: Zärtlich ist die Nacht

Buchempfehlung von Esther Böminghaus, Lektorat dtv Klassik

»Plötzlich gab es keine Pläne mehr; es war, als hätte Dick leichtfertig eine chemische Verbindung geschaffen, deren Atome untrennbar miteinander verschmolzen waren. Als er sie im Arm hielt und auf den Lippen schmeckte… konnte er dankbar sein, dass er überhaupt noch existierte.«

Die Verbindung zwischen dem angesehenen Psychiater Richard Diver und seiner psychisch labilen Frau Nicole scheint unauflöslich. Denn es ist mehr als nur Liebe, die ihn an diese Frau bindet; auch das Gefühl verantwortlich zu sein, miteinander verschmolzen zu sein statt als einzelner Mensch zu existieren begleitet Richard unentwegt. Doch im Sommer 1925 begegnet er an der Côte d’Azur der jungen Schauspielerin Rosemary Hoyt und Dicks Leben gerät aus den Fugen. Zwischen Begehren, Leidenschaft und Verantwortung hin- und hergerissen, beginnt für ihn ein quälender Kampf mit sich selbst und den Menschen, die er liebt. 

Zärtlich ist die Nacht‹ ist meiner Meinung nach eines der faszinierendsten Bücher von F. Scott Fitzgerald. Die eigenen Erfahrungen mit seiner psychisch labilen Frau Zelda haben sicher dazu beigetragen, dass ihm ein kraftvolles, authentisches Stück Literatur gelungen ist, in dem viel Herzblut steckt. Fitzgeralds Ton und seine poetische Sprache sind einzigartig. Mit Leichtigkeit entwickelt er charaktervolle Figuren und spinnt komplexe Zusammenhänge ohne dabei je kompliziert zu werden. Eine großartige Geschichte von Träumen und Enttäuschungen, von Gier und Begierde, von Abhängigkeit und Liebe – und davon, was Liebe überhaupt ist.
Unbedingt lesen!

Esther Böminghaus, Lektorat dtv Klassik

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