Fragen Sie den Papagei

Richard Stark

Richard Stark: Fragen Sie den Papagei

Ermittler

Der Kriminelle Parker ist nicht nur ein wahrer Anti-Held, sondern Kult: Anfang der 1960er Jahre musste er seinen ersten Kriminalfall überstehen und bis heute begeistert er Krimi-Fans auf der ganzen Welt. Dabei ist Parker kein Aufschneider, sondern vielmehr ein zurückhaltender Krimineller, der sich durch Menschenverständnis und Feingefühl ebenso auszeichnet wie durch seine berechnende Kaltblütigkeit. Mit Gelassenheit und Gleichgültigkeit nimmt er den Lauf der Dinge an und handelt, wenn es zu handeln gilt – reichlich unbeeindruckt von den Überraschungen, die das Leben zu bieten hat.

Richard Stark sagt selbst über die Parker-Reihe: »Meine Romane über Parker sind nichts als der Versuch, just diesen schweigsamen Mann in den Mittelpunkt des Geschehens zu rücken.«

Der Fall

Ein befreundeter Drehbuchautor sagte einmal zu Richard Stark: »Du schreibst wie ein Franzose!« Er meinte damit vor allem die Haltung der Schurken in Starks Romanen: »In amerikanischen Krimis raubt der Bankräuber eine Bank aus, um von dem Geld die Operation des kleinen Mädchens im Rollstuhl zu bezahlen. In französischen Romanen raubt der Bankräuber die Bank aus, weil er Banken ausraubt.«
Und genau so und nicht anders fangen die Probleme des Kult-Kriminellen Parker an: Nach einem Millionenraub ist Parker auf der Flucht, verfolgt von einer Meute Polizisten mit Spürhunden. Reiner Zufall, dass er auf Tom Lindahl stößt, einen ressentimentgeladenen Außenseiter, der ihm nicht nur eine Fluchtmöglichkeit und ein Dach über dem Kopf bietet, sondern auch eine profitable, wenngleich nicht ungefährliche Geschäftsidee. Das merkwürdige Paar fällt auf in dem tristen kleinen Ort in Massachusetts, wo Lindahl nur in Gesellschaft seines Papageis lebt. Parker besitzt so viel Kaltblütigkeit, mit loszuziehen, als die Männer des Orts, schon halb in Lynchstimmung, sich auf die Suche nach ihm machen. Doch trotz dieser optimalen Tarnung kann er nicht verhindern, dass einige in ihm den erkennen, der er ist: ein durch und durch skrupelloser Verbrecher, ebenso berechnend wie unberechenbar.

Autor

Richard Stark ist eines der vielen Pseudonyme des amerikanischen Schriftstellers Donald E. Westlake (1933-2008). Er erhielt zahlreiche Preise, u.a. dreimal den berühmten »Edgar Award«, und wurde von den Mystery Writers of America zum »Grand Master« ernannt. ›Fragen Sie den Papagei‹ erhielt den Deutschen Krimipreis 2009 (1. Platz international), stellvertretend für Richard Starks Gesamtwerk.
Stephen King hat einmal gesagt, bei Richard Stark müsse anfangen, wer einen Doktor in Kriminalliteratur machen wolle.

Das meint die Presse

  • »Einfach gnadenlos gut erzählt.« Focus
  • »Parker ist intelligent, skrupellos und nie zu fassen; an seiner Seite wird man einen Roman lang zum Verbrecher.« Der Spiegel
  • »Grosteske Profi- und Amateur-Geschichte. Comeback von Altmeister Stark mit einem der coolsten Verbrecher der Krimigeschichte.« Begründung der Jury der KrimiWelt-Bestenlist
  • »Was für eine Freude. Was für eine Chance: Hier erzählt einer nicht nur vom Weg des Verbrechens, sondern gibt uns die Möglichkeit, ihn gleich noch zu studieren … Auf Worte folgen Taten, auf Taten Tatsachen, darauf wieder Worte und so fort. Sätze gehen los wie aus gespannten Büchsen.« Katharina Teutsch in Frankfurter Allgemeine Zeitung
  • »Ohne Vorname, ohne Biografie, ohne Gefühle und außerhalb aller Moral, zählt Parker zu den eindrücklichsten Gestalten der Krimiliteratur … Die Coolness, mit der er seine Sache erledigt, ist gnadenlos zielgerichtet und von derselben grandiosen Sinnlosigkeit geprägt, die all seinen Unternehmungen zugrundeliegt.« Bruno Steiger in Neue Zürcher Zeitung
  • »Der coolste Verbrecher der US-Krimiliteratur. Zwerchfellstrapazierende Spannung.« Tobias Gohlis in Focus

Leseprobe

Zur Leseprobe von ›Fragen Sie den Papagei‹

Weitere Parker-Krimis

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Das Geld war schmutzig
Richard Stark
Keiner rennt für immer

 

20 Kommentare zu “Fragen Sie den Papagei

  • 10. August 2010 um 12:25
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    Definitiv eine klasse Story mit einem Spannungsbogen, der seinesgleichen sucht. Ein Autor, der versteht, seinen Leser zu unterhalten und an die Geschichte zu fesseln – ich bin begeistert und würde nur allzu gerne weiterlesen ;-)

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  • 26. Juni 2010 um 15:26
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    Der Schreibstil überrascht als erstes durch ihren erfrischenden, neuen und aufregenden Farbklang, es macht Lust auf mehr! Die Leseprobe verspricht viel und ich überlege mir jetzt schon, mir diesen Krimi zu besorgen.

    Ich bin schon länger von Richard Stark begeistert, er versteht es die Leser in seinen Bann zu ziehen, das gefällt, nicht nur mir.

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  • 13. Juni 2010 um 15:15
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    Auf der Suche nach einem Krimi für den Urlaub bin ich auch über diesen Titel gestolpert. Das in der Leseprobe beschriebene Zusammentreffen des auf der Flucht befindlichen Parker mit dem auf Rache sinnenden Lindahl erzeugt bereits einiges an Spannung. Wie mag es mit der ungewöhnlichem Konstellation Parker / Lindahl weitergehen? Wird Lindahls Plan zum Erfolg führen? Und welche Rolle spielt der Papagei? Fragen über Fragen.

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  • 12. Juni 2010 um 18:31
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    Spannende Krimis sind sowieso mein Fall. Würde gerne mehr davon lesen !

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  • 12. Juni 2010 um 10:28
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    Die überraschenden, trockenen Sätze sind es, die mich an Richard Stark beeindrucken. „…wenn Sie einer von denen sind, will ich mit Ihnen reden“, ganz beiläufig in den Text eingeflochten, als würde Lindahl über`s Wetter reden und nicht mit einem Bankräuber auf der Flucht. Auch die Stimmung im Wald wird mit wenigen Worten erzeugt; das schätze ich besonders. Wenn der Showdown auch noch passt und nicht in einer Tschin-Bum-Verfolgung endet, will ich mehr.

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  • 12. Juni 2010 um 08:27
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    Richard Stark alias Donald Westlake ist der Meister aller Klassen. Seine Parker-Reihe hat bereits Anfang der 60er Jahre begonnen. Gut, dass Zsolnay zumindest die Wiederauferstehung Parkers auf Deutsch übersetzen ließ (ziemlich gelungen übrigens, ich habe alle US-Originale gelesen). Schlecht, dass Zsolnay die Reihenfolge der VÖ verändert hat. Man kann zwar jedes Buch für sich lesen, aber viel mehr Spaß macht es, wenn man sich beim Lesen an die richtige Reihenfolge zumindest in dieser „Parker-Trilogie“ hält:
    1. Keiner rennt für immer
    2. Fragen Sie den Papagei
    3. Das Geld war schmutzig

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  • 12. Juni 2010 um 05:07
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    Die Leseprobe hat mir sehr gut gefallen. Eine interessante spannende Geschichte.

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  • 10. Juni 2010 um 22:40
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    Das ist wirklich mal was anderes, bin gespannt, wie es weitergeht…

    Antwort
    • 12. Juni 2010 um 10:36
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      Die überraschenden Sätze sind es, die mich an Richard Stark beeindrucken. „…wenn Sie einer von denen sind, will ich mit Ihnen reden“, ganz beiläufig in den Text eingeflochten, als würde Lindahl über`s Wetter reden und nicht zu einem Bankräuber auf der Flucht. Auch die Stimmung im Wald wird mit wenigen Worten erzeugt; das schätze ich besonders. Wenn der Showdown auch noch passt und nicht in einer Tschin-Bum-Verfolgung endet, will ich mehr.

      Antwort
  • 10. Juni 2010 um 16:29
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    Diese Leseprobe ist wirklich gut und macht Lust auf mehr. Liest sich leicht und verständlich und es ist ärgerlich, dass es nicht weiter geht :-)

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  • 8. Juni 2010 um 20:13
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    Parker -mein Lieblingsgangster! Die Geschichte in Kurzfassung: nach einem mißglückten Bankraub muss Parker fliehen und trifft auf der Flucht Tom Lindahl, der ihn vor der Polizei in Sicherheit bringt. Lindahl macht das nicht aus Nächstenliebe: er ist ein verbitterter arbeitloser Mann, der von seinem letzten Arbeitgeber, einer Pferderennbahn, aufs Kreuz gelegt wurde.
    Aus Rache möchte Lindahl zusammen mit Parker die Wettgelder rauben. Parker willigt ein, bei dem Coup mitzumachen, obwohl er weiß, dass Lindahl ein Amateur ist.
    Aber nicht nur Lindahls Stümperhaftigkeit macht Parker zu schaffen sondern auch die Polizei, die ihm weiterhin auf den Fersen ist.
    Aber Parker ist ein Profi ohne Emotionen. Kühl wie ein Schachprofi berechnet er seine Möglichkeiten und tut, was nötig ist, um sie zu nutzen.
    Das Ganze -umgesetzt in Richard Starks schnörkelloser, trockener Sprache- ergibt ein Meisterwerk.

    Wieso Starks Romane jetzt nicht mehr exklusiv im Zsolnay-Verlag erscheinen sondern auch beim DTV-Verlag, weiß ich nicht.
    Gut ist es allemal, da die Taschenbuch-Ausgabe im dtv-Verlag günstiger ist als bei Zsolnay, wo die Romane fast siebzehn Euronen kosten.

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  • 8. Juni 2010 um 14:05
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    Parker, der gerade eine Bank überfallen hat, ist auf der Flucht . Die Polizisten mit ihren Spürhunden sind hinter ihm her. Unerwartet bekommt er Hilfe von einem Mann, der zufällig (?) in der Nähe Kanninchen gejagt hat. Der hilfsbereite Mann ist Tom Lindahl. Er hat jahrelang auf einer Rennbahn als Technischer Direktor gearbeitet und für seine, wie er selber gelinde sagt „Petzerei“, wurde er entlassen. Heute muss er von einer kleiner Rente leben und hat keine Zukunftsperspektiven mehr. Seit langem schmiedet er Rächepläne. Natürlich hat er vom Banküberfall gehört und jetzt will er seine Ideen in die Tat umsetzen. Er hofft auf Parkers Hilfe…
    Eine interessante Geschichte, sehr flüssig und locker geschrieben.
    Gleich zu Beginn wird es spannend; obwohl Parker ein Verbrecher ist, hofft man, dass er nicht gefasst wird. Und der Plan von Tom Lindahl verspricht weiter hin viele Emotionen. Falls er Parker überzeugen kann….
    Diese Leseprobe hat mich neugierig auf den Fortgang dieser Story gemacht.

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  • 7. Juni 2010 um 13:04
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    schon auf den ersten Seiten zieht der Schreiber den Leser in seinen Bann, man möchte mehr wissen, wird von Seite zu Seite neugieriger.
    Ich glaube, daß es wirklich immer mehr Leute gibt, die so dreist sind
    wie die Hauptfigur in diesem Roman.

    Antwort
  • 7. Juni 2010 um 00:15
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    Richard Stark – als begeisterte Leserin von Thrillern und Kriminalromanen ist mir dieser Name während der letzten Jahre durchaus öfter begegnet. Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich den Autor trotzdem bis dato ignoriert habe. Dies geschah jedoch nicht aus Desinteresse, sondern weil ich irgendwie immer wieder darüber hinweggekommen bin, mich näher mit ihm zu befassen. Umso besser also, dass ich nun quasi mit der Nase auf eines seiner Bücher gestoßen wurde. Die Leseprobe hat mir nämlich überraschend gut gefallen. Sie ist zwar nicht besonders lang, gibt aber nach meinem Gefühl genug preis, um den Grundtenor des gesamten Buches einschätzen zu können. Der Erzählstil des Autors wirkt sehr reduziert und auf das Wesentliche konzentriert. Die Handlung läuft so nicht Gefahr, langatmig zu werden oder ihren „Drive“ zu verlieren und ist wohl vornehmlich nach visuellen Gesichtspunkten angelegt. Ich würde schon sagen, dass das Ganze einen typisch amerikanischen Eindruck macht, allerdings in einem positiven Sinne. Ich könnte mir die Geschichte sehr gut als Drehbuch vorstellen. Kein Wunder also, dass in der Vergangenheit schon einige von Starks Büchern verfilmt wurden.

    Die Hauptfigur Parker agiert – wie bereits in den Vorbemerkungen erwähnt – ausschließlich unter seinem Familiennamen und während der gesamten Leseprobe erfährt der Leser weder etwas über sein Aussehen, noch sonderlich viel über seinen Charakter. Eine Ausnahme bildet die Textstelle, in der Tom Lindahl das für einen Bankräuber überraschend harmlose äußere Erscheinungsbild seines Gegenübers anspricht. Auch scheint Parker ein Mann der schnellen Entschlüsse zu sein, sonst hätte er sich nicht ohne Zögern in den Wagen eines bewaffneten Unbekannten gesetzt. Allerdings blieb ihm wohl auch keine andere Wahl. Auffällig ist zudem die völlige Aggressionsfreiheit in Parkers Verhalten, das ihn als kühlen Denker outet. Dafür spricht auch sein Benehmen in Lindahls Haus, als er sich ganz gelassen die Geschichte seiner neuen Bekanntschaft anhört und dann erst eine Entscheidung trifft. Der Außenseiter Lindahl dagegen wird als emotional getriebener und moralischer Mensch charakterisiert, dem seine ehemaligen Arbeitgeber übel mitgespielt haben. Da sein Leben nun verpfuscht ist, ist er so von seinen Rachegedanken beseelt, dass er dafür sogar zum Verbrecher werden möchte…

    Bei „Fragen Sie den Papagei“ handelt es sich zweifellos um einen spannend und gut geschriebenen Kriminalroman, der zum Weiterlesen animiert. Ich jedenfalls würde gern wissen, was genau Tom Lindahl von Parker will und wie dessen Vorschlag in Parkers weitere Pläne passt. Außerdem habe ich mich beim Lesen die ganze Zeit gefragt, ob der titelgebende Papagei wohl noch eine Rolle in der Geschichte spielen wird. Mal schauen! Von mir bekommt das Buch auf Grundlage der Leseprobe jedenfalls eine klare Kaufempfehlung!

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  • 6. Juni 2010 um 18:56
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    Was tut man, wenn man nach einem Bankraub auf der Flucht vor der Polizei ist? Man tut sich mit dem erstbesten deprimierten Kleinstädter zusammen, der einem über den Weg läuft. Ein gewitzter Bankräuber und ein Eigenbrötler in einem Kaff mitten im Nirgendwo, die zusammen einen Coup planen. Verrückter kann eine Konstellation nicht sein – die Leseprobe hört sich wirklich sehr spannend an und macht Lust auf mehr!

    Antwort
  • 6. Juni 2010 um 10:49
    Permalink

    Die Leseprobe macht wirklich Lust auf mehr.

    Antwort
  • 5. Juni 2010 um 12:59
    Permalink

    ich habe viele krimis und thriller gelesen, aber stark schreibt anders.
    hier ist der blse der held.
    erfrischend mal bei der anderen seite mitzulesen – „mitzumachen “
    ich kannte stark bisher nicht, aber das wird sich ändern.

    Antwort
  • 3. Juni 2010 um 17:49
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    Das ist eine richtig interessante Leseprobe. Schon das Setting in einer heruntergekommenen Provinzstadt finde ich richtig interessant. Das Buch ist richtig erfrischend und überraschend geschrieben, eine echte Abwechslung zu den gewöhnlichen Krimis. Ich werde es sicher mal lesen

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  • 1. Juni 2010 um 19:34
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    Diese Leseprobe habe ich regelrecht verschlungen!Richard Stark hat einen ungemein einnehmenden Schreibstil,flüssig zu lesen und spannend über die ganze Leseprobe hinweg.Ich kenne noch keine Bücher von diesem Autor werde mir seinen Namen auf jeden Fall merken und dieses Buch bestimmt lesen.

    Antwort
  • 1. Juni 2010 um 16:52
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    Warum immer die „Bösen“ jagen, mal auf der anderen Seite des Gesetzes zu stehen hat seinen Reiz! Habe das Buch bereits ganz gelesen und finde es schräg, aber wirklich spannend und vor allem immer wieder überraschend! Gerne mehr in diesem Stil!

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