H.G. Wells: Die Zeitmaschine

 

»Heute, um genau zehn Uhr Vormittag, trat die erste aller Zeitmaschinen ihre Laufbahn an.«

Die Kameraden des Zeitreisenden sind skeptisch. Die Geschichte, die ihnen ihr Gastgeber bei einem ihrer regelmäßigen Treffen erzählt, ist schlicht zu fantastisch. Obwohl sie alle ein wissenschaftliches Interesse verbindet, können sie nicht glauben, dass er mit Hilfe einer von ihm konstruierten Maschine in das Jahr achthundertzweitausendsiebenhundertundeins n. Chr. reiste. Was er ihnen von dort berichtet, ist faszinierend und erschreckend zugleich.


Zunächst ist der Zeitreisende angetan von der Welt, die er in der Zukunft vorfindet. Die Menschen, auf die er trifft, sind fröhlich und freundlich – wenn auch von geringer Intelligenz. Ohne materielle Nöte leben sie friedlich miteinander in einem Garten Eden.

»Es ist verständlich, daß an jenem golden verglühenden Abend die Vorstellung eines sozialen Paradieses in mir aufstieg.«

Doch bald wird dem Besucher klar, dass er etwas übersehen hat. Die einzige Angst der Menschen, die vor der Nacht, kann er sich zunächst nicht erklären – bis er in der Dunkelheit einer Ruine auf ein Wesen trifft, das vor ihm durch eine Art Schaft unter die Erde flüchtet. Als er sich später in die geheimnisvolle Unterwelt wagt, wird ihm klar, dass er bisher nur die halbe Wahrheit dieser Welt kannte…

 H. G. Wellsʼ Zukunftserzählung ›Die Zeitmaschine‹ aus dem Jahr 1895 ist ein zeitloser Klassiker, der bis heute zweimal verfilmt sowie vielfach zitiert und adaptiert wurde. Der Roman ›Die Zeitmaschine‹ schildert – die Theorien Darwins und Marx’ aufgreifend – den ethischen und biologischen Verfall einer Zweiklassengesellschaft, wie sie sich im industriellen England Victorias herauszubilden begann. Der sachliche Erzählstil, die klug gewählte Erzählperspektive und natürlich die spannende Geschichte selbst machen ›Die Zeitmaschine‹ zu einem unvergesslichen Leseereignis, das zum Nachdenken anregt – auch heute noch.
 

Eine Empfehlung von Ellen Venzmer, Praktikantin dtv Lektorat Klassik 

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.