Hannah Dübgen: Strom

Hannah Dübgen: Strom
»Nah oder fern gibt es nicht mehr, nur noch nah oder fremd.«

Hannah Dübgen erzählt in ihrem Debütroman ›Strom‹ bewegend und mit immenser Kraft von Nähe und Ferne, von Fremde, von alten und neuen Grenzen, von dem Strom, der unsere Zeit ist. Der preisgekrönte Roman erscheint jetzt neu als Taschenbuch.

Hannah Dübgen vereint vier miteinander verwobenen Geschichten. Über unsere Gegenwart, über Menschen, die zwischen Kulturen wandeln. Sie alle lieben, trauern, arbeiten, kämpfen wach und voller Sehnsucht um ihr Leben, ihre Zukunft.

Deutschland und Palästina

»Auf dem Markt in Kreuzberg war es laut, wie jeden Freitag … Ada mochte das Gewimmel … jene älteren türkischen Frauen, die mitten in der Gasse stehen blieben, um einander ihre Einkäufe zu zeigen. Sie kümmerten sich nicht um das entrüstete Kopfschütteln, die Kommentare recht und links von ihnen, sie wurden zu Steinen im Fluss, um die herum sich das Wasser seinen Weg suchte, aufsprudelte und weiterfloss.«

Ada aus Berlin hat mit ihrer Freundin Judith einen Dokumentarfilm über das Leben im Gazastreifen gedreht. Gegen Ende der Dreharbeiten erkrankt Judith an einem Tumor. Gerade noch schaffen die beiden es, den Film fertigzustellen, dann stirbt Judith. Ada bleibt allein zurück mit ihren Erinnerungen – und der Frage, wie es nun ohne Judith weitergehen soll.

Paris und ganz Europa

»Sie mochte die feinen Nuancen, den rhythmischen Fluss der Sprache, und sie sah in der Tatsache, dass es ihr leichtfiel, die französische Satzmelodie zu übernehmen, ein Zeichen dafür, dass Paris die richtige Stadt für sie war, die Stadt, von der schon Frédéric Chopin gesagt hatte, es sei ein Paradies zum Verschwinden.«

Die junge japanische Pianistin Makiko ist nach Paris gezogen und gibt in ganz Europa Konzerte. Als sie erfährt, dass sie ein Kind von einem verheirateten Mann erwartet, ist sie schockiert. Denn für Sie gibt es keinen Mittelweg zwischen einem Kind und dem Klavierspiel.

USA und Japan

»Jason schaute auf, in den blankblauen Himmel, die unglaublich klare Luft. Es war dieses Licht, das er mehr als alles andere an Kalifornien liebte, ein Licht, das die Konturen schärft und die Farben erstrahlen lässt, das nichts kaschiert und alles zeigt, ein ehrliches Licht, das zu Taten drängt …«

Jason arbeitet für eine amerikanische Investmentfirma. In Tokio soll er den Kauf eines japanischen Elektronikherstellers organisieren. Sein Chef verlässt sich voll und ganz auf Jasons Fähigkeiten und sein Einfühlungsvermögen für die fremde Unternehmenskultur – doch dann taucht überraschend ein weiterer Mitspieler auf und durchkreuzt ihre Pläne.

Israel und Brasilien

»…hätte er jetzt Kollegen aus dem Ausland dabei, würde er ihnen erklären müssen, dass ein solcher Auflauf in diesem Land nichts Außergewöhnliches war, nein, diese Jungen und Mädchen gehörten zu keiner Spezialeinheit, Maschinengewehre bei Achtzehnjährigen waren hier normal. In diesem Land der Palmen und Soldaten, der Flipflops und Armeestiefel.«

Der Zoologe Luiz, der in Brasilien aufwuchs, lebt mit seiner jüdischen Frau und den zwei gemeinsamen Kindern in Tel Aviv. Ihre Ehe war einmal glücklich gewesen, doch jetzt will Luiz weg aus Israel. Auch, weil er den politischen Wahnsinn im Land nicht mehr erträgt.

›Strom‹ ist als Taschenbuch, Klappenbroschur und eBook bei dtv erhältlich:

Hannah Dübgen
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