Herbstvergessene

Buchempfehlung von Isabel Frost, Lehrerin und Gutachterin

Maja, Lill und Charlotte– drei Frauen, die mich um meinen so dringend benötigten Schlaf gebracht haben!

Kurz bevor Maja sich mit ihrer Mutter Lilli, zu der sie seit Jahren ein äußerst distanziertes Verhältnis hat, aussprechen kann, kommt diese auf rätselhafte Weise ums Leben. Die Polizei ist davon überzeugt, dass sich die krebskranke Lilli absichtlich von der Dachterrasse ihrer Wohnung gestürzt hat. Maja dagegen kann nicht glauben, dass ihre Mutter sich umgebracht hat.
In den Unterlagen ihrer Mutter findet Maja ein Foto, das ihre Großmutter Charlotte mit einem Baby zeigt. Dieses Kind hat jedoch keinerlei Ähnlichkeit mit ihrer blonden, blauäugigen Mutter. Auf der Suche nach Erklärungen stößt Maja auf einen alten, vergilbten Zeitungsartikel, der über das Verschwinden eines Husumer Arztes berichtet. Warum hat ihre Mutter diesen Artikel über so viele Jahre aufbewahrt? In welchem Verhältnis stand sie zu dem Arzt? Maja findet heraus, dass der verschwundene Dr. Heinrich Sartorius Belegarzt im Lebensborn-Heim Hohehorst war. Der Lebensborn Verein war ein zur Zeit des Nationalsozialismus von der SS getragener, staatliche geförderter Verein mit dem Ziel, die Geburtenrate arischer Kinder zu erhöhen, indem man unverheirateten Mütter aufnahm, ihnen eine anonyme Geburt ermöglichte und die Kinder anschließend zur Adoption freigab.

Die Geschichte darüber, was ihre Großmutter mit diesem Heim zu tun hatte, wie Maja immer mehr über die Vergangenheit ihrer Großmutter herausfindet und schließlich das große Rätsel um ihre Herkunft löst, ist ungemein spannend zu lesen.
Mich jedenfalls hat die Neugier herauszufinden, was in Charlottes Vergangenheit passiert ist, um die Nachtruhe gebracht. Aber – das Buch ist es wert!

Isabel Frost, Lehrerin und Gutachterin

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