Dora Heldt

dtv Autorin

 „Hast du noch nie diese Nahtod-Geschichten gehört? Die Seele verlässt den Körper, hängt noch eine Weile herum und macht sich irgendwann auf den Weg durch den Tunnel?“

„Ja“, hauchte er.

„Aber hier ist kein Tunnel, ich weiß nicht, wo ich hin soll.“

 

Genau deshalb bleibt Pascha, ein etwas prolliger, aber sehr charmanter Kleinkrimineller neben seiner bereits sezierten Leiche im Kühlfach 4 der Gerichtsmedizin hocken. Zum Glück nicht ganz allein, denn der schüchterne, ordentliche und ernsthafte Rechtsmediziner Dr. Martin Gänsewein kann ihn hören und wird so notgedrungen der einzige Verbündete der nervtötenden Seele. Pascha macht ihm klar, dass er kein Unfall- sondern ein Mordopfer ist und Martin bleibt nichts anderes übrig, als mit dem großmäuligen, nicht ganz toten neuen Freund auf der Schulter im Kölner Rotlichtmilieu zu ermitteln.

 

Ich war hin und weg von Pascha. Ob er sich unbemerkt in die Halskuhle von Martins Kollegin Katrin kuschelt oder auf Martins Couch heimlich Fernsehen guckt, dieser kleine Prolet mit der großen Klappe ist der witzigste Tote, der mir je begegnet ist. Natürlich wird der Fall aufgeklärt, auch wenn dadurch Martin Gänseweins Leben völlig aus den Fugen gerät. Aber wie- das muss man lesen! Viel Vergnügen dabei! 

 

Dora Heldt

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.