Ljudmila Ulitzkaja:
Das grüne Zelt

Ljudmila Ulitzkaja: Das grüne Zelt

Schicksale, die man nie mehr vergisst: Ljudmila Ulitzkaja erzählt in ›Das grüne Zelt‹ von drei Freunden, die in der Sowjetunion aus Liebe zur Literatur zu Dissidenten werden.

»Die Literatur ist das Einzige, was dem Menschen hilft, zu überleben, sich mit seiner Zeit zu versöhnen.«

Davon ist der Lehrer Viktor Schengeli fest überzeugt, und diese Überzeugung möchte er auch seinen Schülern vermitteln, die unter seinen Fittichen eine lebenslange Freundschaft schließen: Ilja, Micha und Sanja. Ihre Liebe zu den (auch verbotenen) Büchern bringt sie zusammen, die Fähigkeit zu eigenständigem Denken, die sie in ihrem Literaturzirkel ausgebildet haben, wird allerdings zu einem Stolperstein auf ihrem Lebensweg und macht alle drei zu Dissidenten in ihrem Heimatland.

Ilja, der Fotograf, wird schon früh zum Chronisten der regimekritischen Bewegung. In seiner Freizeit vervielfältigt und verbreitet er verbotene Texte. Erst Jahre später stellt sich heraus, dass er auch für den Geheimdienst KGB tätig war, und er muss fliehen. Eine Tragödie für seine Frau Olga, die ihn bei seinem Tun unterstützt hat. Für sie bleibt er die große Liebe ihres Lebens, auch als er im Westen längst mit einer anderen zusammenlebt.

Micha ist Jude und schreibt seit seiner Jugend Gedichte. Wegen seiner Nähe zum Samisdat wird er denunziert und kommt ins Lager. Sanja kümmert sich während Michas Haft um dessen Frau und kleine Tochter. Dennoch hält ihn nach Michas Tod nichts mehr in der Sowjetunion.

Ljudmila Ulitzkaja mit ›Das grüne Zelt‹ ein brillanter Roman voller trauriger Episoden und glücklicher Momente gelungen, der ein facettenreiches Bild der Sowjetgesellschaft bietet. Dabei bricht sie keinesfalls den Stab über den Menschen, die sich von dem politischen System haben einspannen lassen, sondern macht ihre Handlungsweise nachvollziehbar und deckt dabei die Dilemmata der sowjetischen Intelligenzija auf.

Weitere Bücher von Ljudmila Ulitzkaja:

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