Mein Herz so wild

Empfehlung von Anke Thiemann, dtv-junior Lektorat

Was Louisa Cosgrove, einer jungen Engländerin aus behütetem Haus, passiert, gehört zum Schlimmsten, was ich mir vorstellen kann: Sie kommt in ein unbekanntes Haus, ein Krankenhaus, wie sich nach und nach herausstellt; ein Krankenhaus für Geisteskranke.

Jane Eagland: Mein Herz so wild, dtv premium

Ganz klar, es muss sich um einen Irrtum handeln. Sie versucht, diesen Irrtum aufzuklären. Und dann wird es noch schlimmer: Niemand glaubt ihr. Sogar der eigene Name wird ihr streitig gemacht. Jeder Erklärungsversuch wird ihr als Wahnvorstellung ausgelegt – Symptom der psychischen Erkrankung. Jegliches Aufbegehren hat kalte Bäder, Isolation, Medikamente zur Folge. Ich an ihrer Stelle würde mich bestimmt irgendwann fragen, ob die Ärzte nicht doch recht haben. Ob ich nicht wirklich verrückt bin.

Nicht so Louisa, dabei hat sie es als junge Frau im viktorianischen England noch schwerer. Sie will aus der Anstalt heraus, um jeden Preis. Und dafür geht sie ein hohes Risiko ein (mehr wird an dieser Stelle nicht verraten). Und sie will wissen: Wer hat sie einweisen lassen? Wer hat ihr das angetan? Und warum?

Abgesehen davon, dass Romane, wie ›Mein Herz so wild‹, die im viktorianischen England spielen, von jeher zu meinen Lieblingsbüchern gehören, hat mich die psychologische Dichte der Figuren, aus denen das Komplott gegen Louisa am Ende – wenn auch überraschend – verständlich wird, an diesem Buch besonders fasziniert.

Anke Thiemann, dtv junior Lektorat

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