Mira Magén:
Wodka und Brot

EIne Empfehlung von Dagmar Wemyss, Literary Scout in London

Mira Magen: Wodka und Brot
»Aber sie hatte heute Geburtstag. Es ließ sich nicht ignorieren, dass sie einmal auf die Welt gekommen war, und damals war ihr Sündenregister leer und sauber gewesen.«

Es sind solche Betrachtungen, die ich an dieser Autorin so schätze. Sie muss  ihre Umwelt in jedem Detail wahrnehmen, beobachten, Gesprächen zuhören, einfach mit offenen Augen und Ohren durchs Leben gehen und das Erlebte in ihre Romane aufnehmen und verdichten. Alle ihre Bücher haben diese besondere Menschlichkeit, die mich so berührt.

Auch ›Wodka und Brot‹, Mira Magéns sechster Roman bei dtv, hat wieder eine wunderbare Protagonistin. Amias Mann, ehemals Starverteidiger, nimmt sich, so scheint es, plötzlich eine Auszeit von Beruf und Familie, gerade als auch Amia sich für einen anderen Weg entschieden hat: statt weiterhin als Steuerberaterin tätig zu sein, wird sie Besitzerin eines kleinen Lebensmittelladens, der kaum genug für eine dreiköpfige Familie abwirft.

Aber Geld allein macht nicht glücklich und ist auch nicht der Sinn des Lebens. Wie Amia mit ihrem Leben und dem Schicksal, das ihr beschieden ist, zurecht kommt, wie sie die Menschen, die ihren Weg kreuzen oder mit ihr teilen, erlebt und wahrnimmt, dies ist so großartig erzählt, dass all diese Figuren einen weiterhin begleiten, noch lange nachdem man das Buch zu Ende gelesen hat.

Dagmar Wemyss

Mira Magén
Wodka und Brot
Mira Magén
Wodka und Brot

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