Mo Yan: Frösche

Mo Yan: Frösche

Frösche von Mo Yan ist ein großer Gesellschafts- und Generationenroman über die dramatischen Folgen der Ein-Kind-Politik für die Menschen in China.

Gugu, die Tante des Erzählers, ist die erste westlich geschulte Hebamme in Gaomi – und die begabteste obendrein. Seit den fünfziger Jahren bringen die Frauen in der Stadt ihre Kinder mit Gugus Hilfe zur Welt. Mit Beginn der Geburtenkontrolle verantwortet die parteitreue junge Frau aber auch Abtreibungen und Zwangssterilisierungen.

Um beruflich voranzukommen, erstickt sie die Stimme ihres Gewissens und macht sich zum willigen Werkzeug der Partei. Erst im Alter, von Albträumen und Schuldgefühlen geplagt, bereut sie ihre Taten, die viele Menschen das Leben kosteten. Auch ihr Neffe, der Erzähler, ist innerlich zerrissen: Er verlor seine eigene Frau, weil er sie auf Drängen Gugus zur Abtreibung zwang.

Mo Yan erzählt ohne ideologische Scheuklappen und in farbenprächtigen, autobiografisch grundierten und oft auch komischen Szenen von den Schicksalen der Frauen und Kinder in Gaomi, von Familiendramen in einer ländlich-patriarchalischen Gesellschaft, in der ein Sohn auch heute noch mehr als eine Tochter zählt, und von der Gewalt, die vom chinesischen Kollektivismus und der von oben verordneten Politik ausgeht.

Frösche wurde 2011 mit dem Mao-Dun-Preis, einem der wichtigsten chinesischen Literaturpreise, ausgezeichnet. Im Jahr 2012 erhielt Mo Yan den Nobelpreis für Literatur, da er aus Sicht der Juroren »mit halluzinatorischem Realismus Märchen, Geschichte und Gegenwart vereint«.

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Frösche

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