Osman Engin: Deutschland allein zu Haus

Eine Empfehlung von Eva-Maria Prokop, dtv Lektorat

Die passende Lektüre vor der Bundestagswahl: Osman Engins Polit-Satire über Politikverdrossenheit und deren Folgen entwirft ein Schreckensszenario – mit der nötigen Portion Engin’schem Witz.

Wie jedes Jahr verbringt Osman seinen Sommerurlaub mit Frau Eminanim in der anatolischen Heimat. An einem überfüllten Strand unterhalten sich zwei jugendliche Deutschtürken über das Ergebnis der Bundestagswahl in Deutschland, das noch nicht bis zu Osman vorgedrungen ist.

Engin Deutschland allein»Alta, wenn Du wüsstest, wie die Nazis ab …«

Dies ist der letzte Brocken, den Osman von dem Gespräch mitbekommt. Er kann nicht aufhören zu rätseln:

»Was wollte er mir denn mit Nazis sagen?
›… ab … solut chancenlos waren?‹,
›… ab … in die Wüste geschickt wurden?‹,
›… ab… sackten?‹«

Doch leider liegt Osman mit seinen Vermutugen voll daneben. Die Neonazis sind bei den Wahlen zweitstärkste Partei geworden und haben nun überall das Sagen. Wie es dazu kommen konnte? Die Wahlbeteiligung lag nur bei 24 Prozent. Nun hat Osman ein Problem, ein gewaltiges sogar, weil ausgerechnet in diesem Jahr sein Onkel Ömer erstmals zu Besuch nach Alamanya kommt.

Mit viel Erfindungsreichtum spielt Osman Onkel Ömer eine bittersüße Komödie vor, um den Ruf seiner zweiten Heimat nicht zu zerstören. Doch kann Deutschland ohne seine ausländischen Mitbürger funktionieren? Natürlich nicht! Als Osman mit seiner Familie vor der Katastrophe zurück in die Türkei fliehen will, stellt er fest, dass sein linksradikaler Sohn Mehmet spurlos verschwunden ist – seine Website beweist, dass er sich auf brandgefährliches Terrain begeben hat …

Eine hochaktuelle Sommerlektüre und eine deutliche Aufforderung: Geht zur Wahl!

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.