Philipp Mattheis: Irgendwann passiert alles von allein

Eine Empfehlung von Katja Frixe, dtv Lektorat junior

Johannes, Schenz, Leo und Sam – vier Freunde, die den besten Sommer ihres Lebens zusammen verbringen. Nachdem sie in einem leer stehenden Haus jede Menge Geld gefunden haben, glauben sie, die Welt gehöre ihnen und sie könnten ihrem monotonen Vorstadtleben ein für alle Mal entfliehen. Alkohol, Drogen, Partys,  das unendliche Gefühl von Freiheit. Doch nach und nach müssen sie feststellen, dass das Geld keine Eintrittskarte in eine bessere Welt ist, sondern das genaue Gegenteil: Ein Fluch, der ihre Freundschaft zu zerstören droht.

Das Rumhängen mit Freunden, das Ausloten von Beziehungen, das Überschreiten von Grenzen – Philipp Mattheis, der die Geschichte selbst in ähnlicher Form erlebt hat, beschreibt die Ereignisse dieses besonderen Sommers nicht nur sehr authentisch, sondern mit einer solch sprachlichen Intensität, dass man als Leser sofort mitten im Geschehen ist und gar nicht anders kann, als sich von der Energie der Figuren mitreißen zu lassen. Doch während die vier Jungs vom Größenwahn getrieben werden, ahnt der Leser bereits, dass die Freunde auf eine Katastrophe zusteuern.

Mit  zahlreichen kleinen präzisen Beobachtungen beschreibt Philipp Mattheis in ›Irgendwann passiert alles von allein‹ die Dynamik einer Clique, die plötzlich aus ihrer Monotonie gerissen wird und sich einer Herausforderung stellen muss, der sie eigentlich nicht gewachsen ist.

Selten haben mich ein Text und seine Figuren so in ihren Bann gezogen. ›Irgendwann passiert alles von allein‹ ist ein herausragendes Buch – nicht nur für Jugendliche, sondern auch für Erwachsene. Der Roman trifft einfach einen Nerv, vermittelt ein ganz besonderes Lebensgefühl und lässt einen mit zahlreichen Gedanken zurück, die einem noch lange nachgehen.

Mein persönliches Highlight in diesem Herbst.

Katja Frixe, dtv Lektorat junior

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