René Laporte:
Hôtel Solitude

Eine Empfehlung des Literatur-Lektorats

»Laporte mit diesem Buch zu entdecken, ist ein Vergnügen.«
Le Figaro Magazine

Erstmals in deutscher Übersetzung – ›Hôtel Solitude‹ von René Laporte

Das Buch

Hotel SolitudeCôte d’Azur, 1942: Der Dandy Jérôme Bourdaine hat das Casino-Leben Monte Carlos satt und sucht Zuflucht in einem alten Grand Hotel auf einer Anhöhe über der Stadt. Seit der Krieg in Europa wütet, ist das Hotel fast verwaist. Trotzdem hält ein betagtes Ehepaar den Betrieb und die Erinnerung an den Glanz der vergangenen Jahre aufrecht. Überraschend reist ein Ehepaar an – eine berückend schöne Frau mit slawischem Akzent samt ihrem geckenhaften Ehemann. Und Jérôme setzt alles daran, die rätselhafte Fremde zu erobern. Ein raffiniertes Spiel mit Illusion und Ernüchterung, mit Träumen und Enttäuschung, ein poetischer Abgesang auf die Belle Époque.

Der Autor

René Laporte wurde 1905 in Toulouse geboren. Er folgte nach dem Jura-Studium nicht der familiären Tradition, eine Beamtenlaufbahn anzustreben, sondern widmete sich der Literatur. Schon im Alter von 18 Jahren, begeistert von Apollinaire und den Surrealisten, gründete er in Toulouse die Zeitschrift Les Cahiers libres, in der er illustre Autoren wie Breton, Éluard und Tzara veröffentlichte und die er später zu einer Pariser Edition ausbaute. Der surrealistische Einfluss findet sich auch in seinen ersten Romanen wieder: ›Le dîner chez Olga‹ (1927) und ›Le Guérisseur‹ (1928). Noch deutlicher tritt er dann in ›Joyce‹ (1930) und ›La Part du feu‹ (1935) zutage. Für den ambitionierten Roman ›Les Chasses de novembre‹ erhielt Laporte 1936 den Prix Interallié. Zu dieser Zeit arbeitete er als Redaktionsassistent für die Revue de Paris, schrieb Kolumnen für verschiedene Zeitschriften und veröffentlichte zahlreiche Gedichte. Mit der Remilitarisierung des Rheinlandes 1936 wird auch Laportes Literatur politischer, wovon insbesondere sein erschütterndes Gedicht ›La Journée du 8 mars‹ zeugt. Während der deutschen Okkupation findet er Zuflucht in seinem Haus in Antibes, wo er Freunde und Widerstandskämpfer aufnimmt. Er empfing dort u.a. Breton, die Aragons, Ponge, Éluard, Roger Martin du Gard und Norbert Glanzberg. Gemeinsam mit Léon Pierre-Quint leitete er in diesen Jahren den Verlag Éditions Sagittaire.

1942 schrieb Laporte den Roman ›Hôtel de la solitude‹, der 1944 bei Julliard erschien. René Laporte war als Schriftsteller auf der Höhe seiner öffentlichen Anerkennung, als er 1954 in Folge eines Autounfalls an einer Schädelverletzung starb. Die Wiederentdeckung des Romans ›Hôtel de la solitude‹ ist zugleich die Wiederentdeckung eines außergewöhnlichen und engagierten Autors, der in seinen 48 Lebensjahren ein beeindruckendes, ca. 30 Bände umfassendes Werk vorgelegt hat.

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