Richard Crompton:
Wenn der Mond stirbt

Eine Empfehlung von Friederike Zeininger, freie Lektorin

26015Von der ersten Seite an eröffnet sich eine fremde Welt – der Leser kann eintauchen in die Straßen Nairobis, kann sich mitnehmen lassen auf einen Markt und in einen zentralen Park der Metropole. Und ebenso schnell eröffnet sich die spannende Geschichte. In ebendiesem Park wird nämlich eine Frau tot in einem Abflusskanal gefunden. Sie ist eine Massai und wahrscheinlich Prostituierte. Der Fall ist brisant, denn die Spuren führen zu einflussreichen Geschäftsleuten und Politikern. Betraut mit der Ermittlung wird der Polizist Mollel, ebenfalls ein Massai. Er war degradiert worden, nun aber holt man ihn zurück in den Dienst. Ihm ist geschuldet, dass die Lektüre wirklich zu einem großen Vergnügen wird. Er ist ein eigenwilliger, bodenständiger, integrer Ermittler mit menschlichen Schwächen, dem man als Leser alle Sympathie entgegenbringen möchte.

Exzellent gemacht ist außerdem die Einbindung des Krimis in eine reale zeitgeschichtliche Kulisse – die kenianische Präsidentschaftswahl im Jahr 2007. Richard Crompton gelingt es hervorragend, durchaus ernste Themen, Wahlfälschung, Gewalt, Missbrauch, aufzugreifen und sie so aufzubereiten, dass wirklich spannende Unterhaltung möglich bleibt.

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