Robin Brande: Fat Cat

Buchempfehlung von Katja Frixe, dtv junior Lektorat

Haben Sie heute schon eine SMS verschickt? Oder gestern bis tief in die Nacht ferngesehen? Stundenlang im Netz gesurft?

Für die 17-jährige Catherine, die Hauptfigur in Robin Brandes Roman ›Fat Cat‹ sind all diese Dinge genau so selbstverständlich wie die Tatsache, dass sie ein paar Pfunde zu viel auf den Hüften hat. Doch sie hat sich ganz gut in ihrem Leben eingerichtet und sieht keinerlei Veranlassung, irgendetwas daran zu ändern – bis an ihrer Schule ein Wissenschaftswettbewerb ausgerufen wird.

Und genau dieser Wettbewerb bringt Cat auf eine ziemlich ungewöhnliche Idee: Sie will sieben Monate lang auf alles verzichten, was die Lebensqualität einer 17-Jährigen für gewöhnlich enorm erhöht: Telefon, Computer, Fernsehen und Kino. Außerdem will sie keine industriell vorgefertigten Lebensmittel mehr zu sich nehmen – kurz: Sie beschließt, das Leben eines frühzeitlichen Homo erectus zu führen. Damit will sie es nicht nur sich selbst beweisen, sondern auch ihrer Familie und ihrem ehemals besten Freund Matt.

Dass dieses Unterfangen kein Leichtes wird, kann man sich denken, und so leidet die Leserin mit Cat, begleitet sie durch ihre anfänglichen Qualen – und bewundert ihr Durchhaltevermögen.

Robin Brande hat mit Cat eine wunderbar selbstironische, witzige und eben nicht perfekte Protagonistin geschaffen, die nicht nur Jugendlichen, sondern auch Erwachsenen gefallen wird. Sie zeigt, wie schnell man an seine Grenzen kommt, wenn man versucht, sich den Errungenschaften der modernen Welt zu widersetzen – aber auch, was man durch einen solchen Versuch gewinnen kann.

Und jetzt heißt es: Computer ausschalten und mal wieder ein richtig gutes Buch lesen!

Katja Frixe, dtv junior Lektorat

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