Rudolf Herfurtner:
Ohne Musik ist alles nichts. Eine Musikgeschichte für Kinder

Eine Empfehlung von Julia Malik, Lektorat dtv Reihe Hanser

Rudolf Herfurtner: Ohne Musik ist alles nichts
»Ohne Musik ist alles nichts«, sagte im 18. Jahrhundert Mozart. Der Autor und Theatermacher Rudolf Herfurtner gibt seiner Musikgeschichte für Kinder diesen Titel. Kindern Lust machen auf Musik, das will er, indem er ihre Geschichte erzählt – von den ersten Sagen und Mythen über Musik bis zu Elvis Presley.

Entstanden ist ein echtes Hausbuch für Kinder und Erwachsene. Und es funktioniert ganz einfach. Wie bei Modest Mussorgskys »Bildern einer Ausstellung« schlendert man hier von einem Höhepunkt zum nächsten, in diesem Fall nicht durch eine Ausstellung, sondern durch die Geschichte der Musik. So zieht man von den frühen Formen der Musik als Leser weiter bis zum Mittelalter mit seinen gregorianischen Gesängen und den Minnesängern. Von dort geht es zur Renaissance über den Barock, die Klassik und die Romantik bis hin zur Neuen Musik und zum Rock `n Roll. Mal verharrt man auf dieser Reise durch die Musik länger, dann wieder geht man weiter zum nächsten Programmpunkt.

Und diese »Programmpunkte« sind besonders gestaltet. Es sind Geschichten! Witzig, bunt, auch traurig, manche aufregend und spannend, andere sogar gruselig – Geschichten aus der Musik, die davon erzählen, wie die Musik in die Welt kam, die von Musikern berichten, von großen Komponisten und Sängern, die wir heute noch schätzen und bewundern.

Kurzweilig und amüsant erfährt man hier viel über die jeweilige Zeit und noch mehr über den im Zentrum stehenden Musiker. So lernen wir nicht nur den berühmten und sagenumwobenen Orpheus kennen, sondern auch Walther von der Vogelweide, Orlando di Lasso, Monteverdi, Händel, Bach, Mozart, Schubert, Wagner, Respighi, Cage und viele, viele andere.

Ihre Geschichten vergisst man nicht, etwa wenn die biblische Figur Jubal – der junge Mann, von dem wir am Anfang des Buches lesen – im Wettstreit mit seinen Brüdern eine klingende Mauer baut, die ganz den musikalischen Prinzipien gehorcht. Dass er zuvor immer verlacht wurde, spielt bald keine Rolle mehr, denn der reiche Bauherr Abiram erkennt die Schönheit seiner Konstruktion, und Jubal darf endlich das sein, was er will: ein Musiker und Künstler.

Oder die Geschichte von Mozart und seiner Schwester, dem Nannerl. Beide werden von einem berühmten Maler ihrer Zeit porträtiert. Doch dann, als die Bilder fertig sind, will es Nannerl nicht wahrhaben. Während der jüngere Bruder Wolfgang Amadeus in seiner besten Hofkleidung gemalt wurde, wollte der strenge Vater bei ihrem Gemälde Geld sparen. Statt sie in ihrer ganzen Schönheit darzustellen, hatte man sich beim Malen auf ihr Gesicht beschränkt, für den Körper musste eine billige Vorlage herhalten. Von dem teuren Kleid war nichts mehr zu sehen!

Verbunden werden alle Geschichten in ›Ohne Musik ist alles nichts‹ durch  kleine Intermezzi. Verständlich und unterhaltsam wird hier geschildert, was in der jeweiligen Epoche geschah und warum sie für die Musik neu und einzigartig war.

Über Musik zu lesen kann nie das Hören und selber Musizieren ersetzen. Aber für alle, die ihren Kindern auch die Geschichte der Musik näherbringen wollen, ist dieses Buch ein Schatz. Selten lernt man nebenbei so viel über Musik und wird dabei bestens unterhalten. Fröhliche Bilder der Illustratorin Hildegard Müller geben dieser Musikgeschichte für Kinder auch äußerlich die schönste Gestalt.

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