Schwarzer Schnee

Buchempfehlung von Anke Thiemann

Eigentlich sind wir ja froh, dass wir den Schnee endlich los sind. Und eigentlich hat ›Schwarzer Schnee‹ auch nicht viel mit Winter, Kälte und eben Schnee zu tun. Es geht eher um – genau: Drogen.

Wobei es auch nicht in erster Linie um Drogen geht, sondern eher darum, wie sehr man sich in Menschen – auch in Menschen, die einem sehr nahe stehen – täuschen kann. Ihre Inspiration zog die Autorin Lotte Kinskofer aus dem Fall um die verschwundene Madeleine. Was sie daran besonders bewegt hat, war der Wandel der öffentlichen Meinung. Nachdem die Familie unmittelbar nach Madeleines Verschwinden zunächst riesige Anteilnahme erfuhr, wurde ihr später mit Misstrauen, ja sogar mit Schuldzuweisungen begegnet. Irgendetwas könne in der Familie ja wohl nicht stimmen, lautete nun das Urteil der Mehrheit.

Täter oder Opfer?, fragt auch Lotte Kinskofer in ihrem Krimi. Laras Bruder Simon verschwindet – und niemand hat eine Idee, wo er stecken könnte. Wollte er einfach Spaß mit seinen Kumpels haben oder ist im etwas Schlimmes passiert? Beides kann und will Lara sich nicht vorstellen. Doch als Simon auch nach Tagen nicht wieder auftaucht, beginnt sie nachzuforschen. Und dabei muss sie feststellen, dass sie sich nicht nur in Simon gründlich getäuscht hat.

Gerne hätte die Autorin auch mich als ihre Lektorin auf die Folter gespannt. Während der Arbeit am Exposee wollte sie lange nicht verraten, wer der Täter ist. Und ich verrate es hier natürlich auch nicht.

Anke Thiemann, Lektorin bei dtv junior

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