Sibylle Berg:
Vielen Dank für das Leben

 

Sibylle Berg, Vielen Dank für das Leben

»Es ist ein Nichts« stellt der Arzt mit einem leicht vor Ekel verzogenen Gesicht bei Totos Geburt fest. Im betrunkenen Zustand gezeugt, ohne eindeutiges Geschlecht geboren hat das Kind einen kalten Start in diese Welt.

»Wie es schaute. Und wenn es doch wenigstens schreien wollte. War es verblödet? Normale Kinder schreien doch und fuchteln mit den Armen, und das hier, das lag da und betrachtete ruhig seine Hand, es sah diese Hand an, als ahnte es, dass da keiner war, dem er sie hätte zeigen können.«

Und kalt bleibt es auch lange Zeit in ›Vielen Dank für das Leben‹ von Sibylle Berg. Der Vater ist schon lange weg, die Mutter verschwindet auch irgendwann. So wird Toto zum Waisenkind und beginnt seine lange Lebensreise in einem DDR Kinderheim.
Durch seine Andersartigkeit begegnen ihm die Menschen mit Abneigung. Und dennoch verliert Toto nie den Glauben an Güte, Unschuld und Liebe. Immer fragt sich Toto, warum die Menschen dieses Leben noch schrecklicher machen, als es schon ist. Der Weg führt ihn schließlich bis nach Paris, wo er dem nachgeht, was ihm Hoffnung gibt: Singen.
Der Roman versucht zu ergründen, wie ein Mensch wie Toto trotz allem nie den Glauben an das Leben verliert und zeichnet so eine bitterböse Bestandsaufnahme unserer Gesellschaft und unserer Zeit.

»Toto hatte geahnt, dass sie irgendwann zu müde sein würde, um der Tatsache, dass die Welt ohne sie weiterbestehen würde, große Beachtung zu schenken.«

Sibylle Berg
Vielen Dank für das Leben

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