Sibylle Timm

Redakteurin

Die Bohne, das Alien muss raus. Und zwar so schnell wie möglich. „Sie haben eine lebensbedrohende Krankheit“, das erfährt die Autorin von „Jetzt ist heute“, Kora Decker, 44, an einem dieser heißen Junitage 2006, als sich ganz Deutschland im Fußballtaumel befindet. Ganz Deutschland? Eben nicht! Während sich für viele alles nur noch um das runde Leder, Klinsi und sein Sommermärchen zu drehen scheint, steht Kora nach der niederschmetternden Nachricht fröstelnd vor dem Krankenhaus und weiß, ab heute gibt es eine neue Zeitrechnung. Brustkrebs! Von jetzt auf gleich, von „null auf nichts“ löst sich ihr bisheriges Leben in Luft auf.

An diesem Punkt beginnt der bewegende, mitreißende Bericht einer – ja! Trotz Diagnose! -lebensfrohen, mitten im Leben stehenden Frau, die mit allen Mitteln gegen dieses „Vieh“ in sich ankämpft. Mit Chemo, Bestrahlung und Tabletten. Mit Ausflügen in die alternative Medizin, bunten Kopftüchern und Musik. Und sie schreibt. In einem Internet-Blog, aus dem später dieses Buch entstehen wird, lässt uns Kora an ihrem neuen Leben mit der Krankheit teilhaben. Und zwar in einem so lockeren, oft sogar witzigen Ton, der auf den ersten Blick gar nicht zum Ernst der Lage zu passen scheint. Aber „die Flapsigkeit“, sagt sie, „hilft mir, mich nicht ganz runterziehen zu lassen“.

Das Buch endet mit Koras persönlichem „Happy Nicht-End“. Mithilfe von Familie, Freunden, verständnisvollen Chefs und diesem bewundernswerten Lebensmut übersteht die Autorin den so einschneidenen Lebensabschnitt und weiß jetzt: Der Krebs ist weg, ihr „weiteres Drehbuch aber noch in der Mache“.

Und dass dies für sie mit prallem Leben gefüllt sein wird, das wünscht man ihr aus vollem  Herzen.

 Sibylle Timm

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