Stefanie Schnitzler: Land & Lotte

Eine Empfehlung von Pauline Nickel, Auszubildende bei dtv

Jeder hat seine eigenen Träume, aber nur die wenigsten lassen sie wahr werden. Stefanie Schnitzler träumt davon, auf dem Rücken eines Pferdes Deutschland zu erkunden und somit ein Gefühl zu bekommen, was Heimat eigentlich bedeutet. Dieser Traum wird zunächst zu einem Gedanken, dann zu einer Idee und zuletzt zum Plan. Ein Schreibritt, so nennt die Autorin ihr Vorhaben, soll es werden. Doch um ihren Plan in die Tat umzusetzen, braucht sie zunächst ein geeignetes Pferd: Das ist Lotte. Denkt sie zumindest, denn …

… letzten Endes wird aus dem Ritt eine Wanderung. Zu Fuß und nicht zu Pferd, weil Lotte sich weigert, das gesamte Gepäck und die Reiterin gleichzeitig zu tragen. Die nun 1350 Kilometer von Mannheim an die Ostsee sollen in einem halben Jahr bewältigt werden.

Schnitzler Land & LotteStefanie Schnitzler und Lotte suchen und finden jeden Tag gastfreundliche Menschen, die sie einladen bei ihnen zu schlafen und oft auch zu essen. Täglich erfährt sie ganz persönliche Geschichten: Sie handeln von Verlusten, von Abenteuern und manchmal auch von dem ganz normalen Alltag. Was jedoch alle Erzählungen gemeinsam haben, ist, dass sie die Autorin auf ihrer Reise begleiten: »Vielleicht ist es tatsächlich so, dass man die Fremde und all die Menschen und Orte, die man unterwegs kennenlernt und liebgewonnen hat, mit nach Hause nimmt und im Herzen trägt.«

Sachlich, oft aber auch emotional und witzig erzählt Stefanie Schnitzler in ›Land & Lotte‹ von einer Wanderung, an deren Ende sie nicht nur an die Ostsee, sondern auch zu sich selbst gefunden hat. Die Gedanken und Gefühle, die immer wieder beschrieben werden, helfen dem Leser, sich in die Lage der Autorin hineinzuversetzen und so mit ihren Augen zu sehen.

Mir persönlich hat das Buch gezeigt, dass man sich nicht davon abbringen lassen darf, sein Ziel zu erreichen, egal wie steinig der Weg auch sein mag. Es ermutigt einen, aus einem Traum ein Projekt zu machen, das man bis zum Schluss durchzieht.

»Ich fühle mich reich beschenkt«, denkt die Autorin, nachdem sie trotz aller Probleme ihre Träume wahr werden ließ, und genauso fühlt man sich auch als Leser.

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