Tina Arnold

Lektorin

»So habe ich mir meine Beerdigung eigentlich nicht vorgestellt.« Ein ziemlich ausgefallener erster Satz! Wir treffen Molly als Beobachterin ihres eigenen Begräbnisses an, das sie wenig gelungen findet – lauter Trauergäste, die sie gar nicht kennt, ein langweiliger Rabbi, und der Schauplatz ist auch nicht gerade elegant: ein Friedhof ein paar Ausfahrten von Ikea entfernt. Doch am schlimmsten ist es für sie, die Trauer ihrer Familie mit anzusehen …

Molly kann sich nicht losreißen von ihren Lieben. Und so folgt sie ihnen bei den Versuchen, herauszufinden, was eigentlich geschehen ist, warum Molly sterben musste. Möglicherweise war es Mord, vielleicht aber auch nur ein dummer Fahrradunfall. Praktischerweise ermittelt ein Detective der New Yorker Polizei, dem sie jetzt nur noch zu folgen braucht, um immer auf dem Laufenden zu sein, was den Fall Molly Marx betrifft.

Und während wir von ihrer Ehe, der Liebe zu ihrer kleinen Tochter, ihrer besten Freundin, ihrem Geliebten erfahren, wächst uns Molly sehr ans Herz. Was natürlich daran liegt, dass sie eine ganz und gar unvollkommene Person war (und ist). Sie hat einige Sünden begangen, das Leben geliebt und nicht immer alles richtig gemacht, war ganz schön eitel und hat manchmal auch schlicht Blödsinn angestellt. Diese Selbsterkenntnis teilt sie mit uns in schöner Offenheit. Wer tot ist, braucht kein Blatt mehr vor den Mund zu nehmen! Und daher ist die Art und Weise, wie sie mit Scharfsinn, Witz und einer ordentlichen Portion Boshaftigkeit sich selbst und die New Yorker Gesellschaft aufs Korn nimmt, einfach herrlich komisch.

Eine Heldin, mit der man sich köstlich amüsiert – ein Buch voll Witz, Herzenswärme und Lebensfreude. Ach ja, und informativ ist es auch: Wer immer schon gern wissen wollte, wie die Ewigkeit eigentlich aussieht, kann das hier erfahren!

Tina Arnold

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