Ulrike Köbele

Azubi

Aus Abenteuerlust (und nicht zuletzt auch wegen eines schönen Koreaners) bricht Vera Hohleiter ihre Zelte in Berlin ab und geht für ein Jahr nach Südkorea. Schnell muss sie erkennen, dass die kulturellen Unterschiede größer sind, als sie vorher erwartet hätte.

Vor allem ihr Vegetarismus trifft auf völliges Unverständnis: „Auch keinen Schinken?“

Umgekehrt kann sie sich nur schwer für Kimchi begeistern, eine Art koreanisches Sauerkraut, das in ihrem Gastland zu den Hauptnahrungsmitteln gehört und für das es aufgrund seines intensiven Geruches in fast jedem Haushalt einen eigenen Kimchi-Kühlschrank gibt.

Mit einer Mischung aus Faszination und Grauen betrachtet sie auch den vorherrschenden Heiratswahn, vom Massen-Blind-Date bis hin zur Hochzeit im Akkord. Kein Wunder, dass einer der ersten Sätze, den sie auf Koreanisch beherrscht, „Das ist ein bisschen merkwürdig“ lautet.

Witzig und pointiert schildert Vera Hohleiter die kleinen und großen Katastrophen, die ihren Alltag in Korea begleiten, wo Gefahren wie „Suicide Rice“ (= höllisch scharf) an jeder Straßenecke lauern. Gleichzeitig wirft sie einen durchaus kritischen Blick auf gesellschaftliche Missstände wie die Allmachtsstellung der Firmenchefs oder die rigorose Ablehnung alles Fremden, Andersartigen.

Humorvoll, informativ und in jeder Hinsicht lesenswert – keineswegs nur für Asien-Fans!

Ulrike Köbele

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