Walter Kappacher

Buchempfehlung von Thomas Zirnbauer

Wir alle genießen Momente der Stille. Walter Kappacher schenkt sie uns. Er schafft mit seiner klaren, ja kristallinen Sprache einen Raum, in dem jedes Geräusch umso deutlicher wahrnehmbar wird und so an Bedeutung gewinnt.

Man atmet als Leser richtiggehend auf, wenn man diesen Raum betritt. Es ist, als ob man gehetzt und verspätet zu einem Treffen käme und sich nun Schritt für Schritt im Nebeneinandergehen auf das langsamere Tempo des Anderen einließe. Eine Wohltat! Zum Stillstand kommt Kappacher aber nie. Er beschreibt vielmehr, in welche Erstarrung der Mensch verfällt, wenn er sich zu bewegen aufhört, zum Beispiel in seinem Debütroman ›Morgen‹ oder in seinem jüngsten Roman ›Der Fliegenpalast‹, der im Juni 2010 bei dtv erscheinen wird. Besonders raffiniert wird es, wenn diese Erzählweise sich mit einem Gegenstand beschäftigt, der so völlig konträr erscheint: die lärmende Welt der Autorennen in seinem Roman ›Silberpfeile‹. ›Selina oder Das andere Leben‹, das in der Toskana spielt, spricht noch andere Sinne an: Pinienduft steigt einem da in die Nase.

Für mich war der Büchnerpreis an Walter Kappacher in diesem Jahr Anlass, die früheren Werke zu lesen, die nun auch bei dtv lieferbar sind. Eine Entdeckung.

Thomas Zirnbauer, Presseabteilung

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