William Shakespeare: Macbeth

Empfehlung von Simone Drönner, Dipl.-Buchwissenschaftlerin

When shall we three meet again?
In thunder, lightning, or in rain?
When the hurlyburly’s done,
When the battle’s lost and won.
That will be ere the set of sun.

Schon der Beginn von William Shakespeares großer Tragödie ›Macbeth‹ ist schauerlich: Drei Hexen treffen sich bei Blitz und Donner zu einer seltsam-gespenstischen Zusammenkunft. Die düstere, bedrohliche Stimmung trägt sich durch das gesamte Werk. Schlachten, Blut, ein Königsmord, Verrat und Geistererscheinungen gehören zu den wesentlichen Elementen im Stück um den Feldherrn Macbeth. Dieser, von Machtstreben und Ehrgeiz getrieben, steigt nach dem Mord an König Duncan zunächst selbst zum Herrscher auf, bevor er – nach weiteren Gräueltaten – seinem Niedergang ins Auge blicken muss. Geistig umnachtet und ohne seine einstigen Verbündeten stellt sich der Tyrann Macbeth schließlich einem unmöglichen Kampf.

Die zweisprachige Ausgabe ist ein doppeltes Schmankerl, bietet sie doch Shakespeares Wortmagie und die kongeniale Übersetzung von Frank Günther in einem. Der Anziehungskraft dieses Stücks kann man sich einfach nicht entziehen. Szenen wie die, in der Macbeth einen Dolch halluziniert

»Is this a dagger, which I see before me …«

oder in der die anfänglich so starke Lady Macbeth an ihren Schuldgefühlen schier zerbricht und sich ihre ›blutigen‹ Hände immer wieder reinzuwaschen versucht, haben sich mir bildhaft ins Gedächtnis geprägt. Gewaltig sind die Kräfte, die in ›Macbeth‹ wirken und ebenso gewaltig ist die Sprache, die zusammen mit den originellen Charakteren und zeitlosen Motiven ein packendes und überaus eindrucksvolles Drama ergeben.
Hoch, Schottlands König, Hoch!

Simone Drönner, Dipl.-Buchwissenschaftlerin

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