»Der Migrant ist zur Leitfigur der mobilen Moderne avanciert.«

Sigrid Löffler über die neue Weltliteratur und ihren Pionier Samuel Selvon

Sigirad Löffler Samuel Selvon

Zuerst kamen die Jamaikaner, aber auch Menschen aus Trinidad und von anderen Inseln der Karibik. Sie waren eingeladen worden, in Großbritannien zu leben und zu arbeiten. Sie kamen wie gerufen, und sie schienen auch willkommen. Sie ließen sich in London nieder – die Metropole des British Empire war die natürliche Ankunftsstadt für Bürger des Commonwealth. Vier Jahrhunderte lang hatte Großbritannien Kolonisatoren in alle Welt exportiert; nun, erschöpft vom Zweiten Weltkrieg und nicht in der Lage, sein Imperium noch länger zusammenzuhalten, entließ es die Kolonien und importierte im Gegenzug die Kolonisierten.

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Briefe aus … Russland

»So entsteht der Eindruck, dass nicht allein Russland aus den Lektionen des 20. Jahrhunderts nichts gelernt hat. Offensichtlich haben auch andere Länder ihre ›schlechten Schüler‹.«

Elena ChizhovaWir fragen dtv-Autoren aus aller Welt, was sich angesichts aktueller politischer und gesellschaftlicher Entwicklungen wie der Wahl Donald Trumps zum US-Präsidenten, Brexit und Terror für sie in ihrem Alltag, ihrem Schreiben und ihrem Leben als Autor geändert hat. Heute schreibt uns Elena Chizhova aus Russland.

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Briefe aus … Großbritannien

»Großbritannien ist momentan tief gespalten. Wie kann man als Schriftsteller für und über eine solche Gesellschaft schreiben?«

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Wir fragen dtv-Autoren aus aller Welt, was sich angesichts aktueller politischer und gesellschaftlicher Entwicklungen wie der Wahl Donald Trumps zum US-Präsidenten, Brexit und Terror für sie in ihrem Alltag, ihrem Schreiben und ihrem Leben als Autor geändert hat. Heute schreibt uns Chris Cleave aus London, Großbritannien.

Britische Schriftsteller erleben momentan eine merkwürdige Zeit. Autoren, die sich an der Wirklichkeit orientieren, haben den Eindruck, unter Fantasten zu leben. Manche haben selbst das Gefühl, den Bezug zur Realität verloren zu haben. Andere werden denken, die Brexit-Befürworter haben sich von der Wirklichkeit verabschiedet. Beide Lager können nicht Recht haben und niemand weiß, welche Hälfte realitätsblind und welche realitätsbezogen ist.

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Briefe aus … den USA

Besessen von Freiheit – von Ulrike Rylance

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Wir fragen dtv-Autoren aus aller Welt, was sich angesichts aktueller politischer und gesellschaftlicher Entwicklungen wie der Wahl Donald Trumps zum US-Präsidenten, Brexit und Terror für sie im Alltag, beim Schreiben und ihrem Leben als Autor geändert hat. Heute schreibt uns Ulrike Rylance aus Seattle, USA.

Am Tag nach Trumps Wahlsieg kam meine Tochter völlig verstört aus der High School nach Hause. Nicht nur waren Trumps Anhänger lärmend und mit Fahnen durch die Schule gezogen, es kam auch in der Pause ein muslimischer Mitschüler zu der bei allen beliebten Englischlehrerin und fragte sie, ob sie im ihm in der Zukunft beistünde, wenn der Mob ihn bedrängte. (Der Trump-Anhänger hatten ihm an diesem Tag schon angekündigt, dass es ihm bald an den Kragen ginge.)

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»Was ist, wenn der Angeklagte unschuldig ist und der Richter der Schuldige?«

Eoin McNamee über Schattenreiche, Schuld und ganz persönliche Parallelen

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Gibt es das Böse im Menschen? Oder nur Lebensumstände? ›Blau ist die Nacht‹ von Eoin McNamee ist ein packender Noir über Ehrgeiz und Perversion, Macht und Sexualität und die Abgründe in einer Gesellschaft am Rande des Zusammenbruchs. In einem Gasbeitrag schreibt Eoin McNamee exklusiv für unseren Blog über Schattenreiche, Schuld und ganz persönliche Parallelen:

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Dresdner Schauplätze von ›Der Angstmann‹

Frank Goldammer erzählt, wo sein historischer Kriminalroman genau spielt

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Nach den verheerenden Bombenangriffen im Februar 1945 ist fast der gesamte Stadtkern Dresdens zerstört worden. Nach Kriegsende kamen die langen Jahre des Wiederaufbaus, die DDR-Zeit und die Wiedervereinigung. Heute kann man sagen: Dresden hat es geschafft und ist heute wieder die schönste Stadt der Welt – das finden zumindest wir Dresdner.

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Ein Roman aus der Garage

Lori Ostlund schreibt am liebsten in ihrem "Verlies": Charme und Ausblick? Lenkt alles nur ab.

Lori OstlundDas ist der Raum, in dem ich schreibe.

Vielleicht denken Sie jetzt, dass ich eine schlechte Fotografin bin, dass die Kamera, in talentierteren Händen, den Charme des Raums hätte einfangen können, aber die Wahrheit ist, dass der Raum keinen Charme hat. Genau das ist es, was es mir erlaubt zu schreiben. Weiterlesen