›Augustus‹: »Bloß kein Henry Kissinger in einer Toga«

Das Hauptwerk von John Williams nach ›Stoner‹ und ›Butcher's Crossing‹ - erstmals auf Deutsch

Augustus John WilliamsMacht, Verrat, Intrigen … und hinter allem die Frage, was es heißt, ein Mensch zu sein. Mit großer Wucht und Tragweite zeichnet John Williams in ›Augustus‹ das faszinierende Porträt einer der schillerndsten Persönlichkeiten der Weltgeschichte. Nach der weltweit gefeierten Wiederentdeckung von ›Stoner‹ und ›Butcher’s Crossing‹ erscheint nun – erstmals auf Deutsch – das Hauptwerk dieses spät gewürdigten Meisters der Klassischen Moderne.

Octavius ist neunzehn, sensibel, wissbegierig, und er will Schriftsteller und Gelehrter werden. Doch als Großneffe und Adoptivsohn Julius Cäsars fällt ihm nach dessen Ermordung ein gewaltiges politisches Erbe zu: Ihm, der von schwächlicher Konstitution aber enormer Willenskraft ist, wird es durch Glück, List, Intelligenz und Entschlossenheit gelingen, das riesige Römische Reich in eine Epoche des Wohlstands und Friedens zu führen.

Williams schildert das Wirken und Leben dieses außergewöhnlichen Mannes, des späteren Kaiser Augustus‘, in dramatischen Szenen, so plastisch, so mitreißend, als würden die Geschehnisse sich in unseren Tagen ereignen. Überwiegend fiktive Briefe und Notizen, Erinnerungen und Senatsprotokolle lassen die Person eines Herrschers lebendig werden, dem das Schicksal Macht und Reichtum in vorher ungekanntem Ausmaß zuspielte. Aber er, der sich zum Gott erheben ließ, sieht am Ende, von Frau und Tochter entfremdet, dem Tod so ungeschützt entgegen, wie jeder Mensch – als das »arme Geschöpf, das er nun einmal ist.«

›Augustus‹ ist weder klassisch historischer Roman noch moderne Interpretation. »Bloß kein Henry Kissinger in einer Toga«, so eine Notiz John Williams‘. Vielmehr fügt er sich ein in das schmale aber außerordentliche Werk des posthum durch ›Stoner‹ weltberühmt gewordenen Autors, in dessen Mittelpunkt die zeitlose Frage steht, was es heißt, ein Mensch zu sein.

Erfahren Sie mehr im Vorwort von John McGahern.

John Williams
Augustus

Ein Kommentar zu “›Augustus‹: »Bloß kein Henry Kissinger in einer Toga«

  • 25. September 2016 um 16:38
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    Das hört sich sehr gut an und ich freue mich schon auf die Lektüre.
    Liebe Grüße von Gisela von „Die Vorleser“

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